Belgrader Erzbischof besorgt über Lage in Serbien

Freising (DT/KNA) Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Serbien hat sich der katholische Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hocevar, besorgt über die Lage in seinem Land geäußert. Die Innenpolitik werde stark von nationalistischen Tönen geprägt, sagte der Vorsitzende der Serbischen Bischofskonferenz bei einem Besuch des katholischen Hilfswerks Renovabis am Freitag in Freising. Vor allem die Medien schürten Ängste und polemisierten gegen den Westen. Allerdings befürworteten drei Viertel der Bevölkerung eine engere Anbindung an die Europäische Union. Hocevar plädierte für einen stärkeren Erfahrungsaustausch zwischen Nationen und Konfessionen. Dabei regte er ein gemeinsames Zentrum von orthodoxer und katholischer Kirche in Serbien für den interreligiösen und sozialen Dialog an. Damit könnte in Theorie und Praxis schrittweise die Grundlage für ein neues Zusammenleben der Menschen geschaffen werden. Außerdem sollten serbische Jugendliche Kontakte mit Gleichaltrigen in den Staaten der Europäischen Union knüpfen. Renovabis unterstützt die katholische Kirche in Serbien und stellte dafür nach eigenen Angaben seit 2001 mehr als zwei Millionen Euro bereit.