Beer: Erzieherinnen sollen sich wehren

Münchner Generalvikar: Durch die Kindertagesstätten muss ein „Aufschrei gehen“

München (DT/KNA) Der Generalvikar des Erzbistums München-Freising, Peter Beer, hat die Fachkräfte in Kindertagesstätten zum politischen Handeln aufgefordert. Sie sollten Lobbyarbeit für bessere Rahmenbedingungen machen, sagte der studierte Elementarpädagoge am Montag beim Bayerischen Bildungsdialog in der Katholischen Stiftungsfachhochschule München. Es müsse ein „Aufschrei“ durch die Kindertagesstätten gehen. Der Staat könne nicht den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr „großmundig“ verkünden, aber die anderen müssten ihn dann erfüllen.

Nach den Worten von Beer tut sich die Kirche schwer mit dem ab 1. August in Kraft tretenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren. Dieser habe aber eine Berechtigung, wenn er als Unterstützung für Familien gesehen werde. Die Kinder lernten in den Tagesstätten soziales Verhalten und machen Erfahrungen, die sie so in der Familie nicht unbedingt machen könnten, betonte der Generalvikar. Auch sei in den Einrichtungen eine niederschwellige Beratung und die Begegnung mit anderen Eltern möglich. Kitas gehörten deshalb „wesentlich zum Auftrag der Kirche“.

Auch Landescaritasdirektor Bernhard Piendl betonte, dass die Rahmenbedingungen für die Einrichtungen stimmen müssten, damit die Kinder sich optimal entwickeln könnten.