Anglikaner wollen Bischöfinnen durchsetzen

London (DT/KNA) Die Frage der Zulassung von Frauen zum Bischofsamt soll nach dem Willen der anglikanischen Kirchenführung von England möglichst bald gelöst werden. Der Erzbischöfliche Rat, mithin der ständige Rat zwischen den Generalsynoden, einigte sich bei seiner am Mittwoch zu Ende gegangenen Tagung darauf, das Thema im Juli 2013 wieder auf die Tagesordnung zu nehmen. Man wolle den internen Konflikt aus eigener Kraft und ohne Intervention durch das Parlament lösen, wie es sich einige Abgeordnete wünschten. Die Bischöfe sollten daher im neuen Jahr einen echten Diskussionsprozess in Gang setzen. Die Generalsynode der Kirche von England hatte sich in der vergangenen Woche mit knapper Mehrheit gegen die Zulassung von Bischöfinnen ausgesprochen.

Eine Änderung des Kirchenrechts in diesem Punkt hätten alle drei Abteilungen der Synode, die Bischöfe, die Kleriker und die Laien jeweils mit Zweidrittelmehrheit billigen müssen. Bei den Laien fehlten jedoch sechs Stimmen; die Mehrheiten bei Bischöfen und Geistlichen waren deutlich. Sowohl der scheidende als auch der künftige Erzbischof von Canterbury und Primas von England hatten sich für Bischöfinnen ausgesprochen. Die Geschäftsordnung der Generalsynode verbietet, in einer Legislaturperiode einen Gesetzentwurf erneut zu beraten, der bereits abgelehnt wurde. Dies würde eine Abstimmung über Bischöfinnen vor den Neuwahlen zur Synode im Jahr 2015 verbieten. Ein neu gefasster Entwurf könnte jedoch zur Abstimmung kommen. Ein Drittel des anglikanischen Klerus in England ist inzwischen weiblich. Die Staatskirche hatte sich Anfang der neunziger Jahre mit hauchdünner Mehrheit für eine Zulassung von Frauen zum Priesteramt entschieden. Seitdem spaltet die Frage den liberalen und den konservativen Kirchenflügel.