Aktion „Neue Nachbarn“

Kardinal Woelki ruft zu mehr Hilfe für Flüchtlinge auf

Köln (DT/KNA) Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich kritisch über den Umgang Deutschlands mit Flüchtlingen geäußert und zugleich eine neue Aktion „Neue Nachbarn“ zur Hilfe ins Leben gerufen. „Nicht jeder, der in unserer Region ankommt, wird so herzlich empfangen wie ich“, schreibt Woelki, der seit 20. September Erzbischof von Köln ist, in einem Brief an die Gemeinden seines Erzbistums. „3 000 Menschen haben allein in diesem Jahr auf der Flucht im Mittelmeer den Tod gefunden“, so der Kardinal weiter. Viele Familien mit Kindern müssten ihre Heimat verlassen. Durch begrenzte Aufnahmekapazitäten seien die Behörden in manchen Regionen gezwungen, wenig geeignete Gebäude zur Unterbringung zu nutzen. „Sicherheitsdienste bewachen die traumatisierten Menschen, die eigentlich dringend eine menschliche Begleitung bräuchten“, unterstreicht der Kardinal unter Anspielung auf die vor sechs Wochen bekanntgewordenen Misshandlungen von Asylsuchenden in Unterkünften in NRW. Zugleich zeigt er sich beeindruckt vom Engagement vieler Gemeinden und Verbände, um Asylsuchenden „ein gutes und herzliches Ankommen in unseren Gemeinden zu ermöglichen“.

Da es gerade in der Flüchtlingsarbeit auf ein koordiniertes und zielgerichtetes Engagement ankomme, habe das Erzbistum zur Unterstützung, Vernetzung und Intensivierung der Flüchtlingsarbeit die Aktion „Neue Nachbarn“ ins Leben gerufen, erklärt Woelki. So werde das Erzbistum Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung stellen und „kommunikativ für die Menschen Partei ergreifen“, schreibt der Kardinal: „Gemeinsam können wir alle zu einer Willkommenskultur für Flüchtlinge im Erzbistum Köln beitragen.“ Demnach helfen Mitarbeiter, falls Gemeinden Wohnraum für Flüchtlinge bereitstellen möchten. Die Ortscaritasverbände stünden als Ansprechpartner für die Planung konkreter Hilfen bereit. Zudem stelle das Erzbistum eine Million Euro Soforthilfe zur Verfügung, die von Flüchtlingsinitiativen der Gemeinden beantragt werden können. Schließlich verweist der Kardinal auf ein neues Internetportal zur Flüchtlingsarbeit.