Ärger über Piusbrüder

Fulda: Unerlaubte Kapellenweihe

Fulda (DT/KNA) Die traditionalistische Priester-Bruderschaft Pius X. hat Kritik des Fuldaer katholischen Bischofs Heinz Josef Algermissen an der für Sonntag vorgesehenen Weihe einer Kapelle in Fulda zurückgewiesen. Ihr deutscher Distriktoberer Franz Schmidberger betonte am Freitag in Stuttgart, die Bruderschaft habe vorab den Dialog mit dem Bischof gesucht und sich um eine für alle Seiten günstige Lösung bemüht, dies aber leider vergeblich. Statt sich mit den Argumenten der Bruderschaft auseinanderzusetzen, so Schmidberger, versuchten einige deutsche Bischöfe, sie als lästige Mahner auszuschalten. Algermissen hatte die Weihe der Kapelle als unerlaubt und als einen die Einheit der Kirche gefährdenden Akt verurteilt. Nach seinen Angaben hat sich die Pius-Bruderschaft bezüglich der Kapelle zu keinem Zeitpunkt an ihn gewandt.

Ausdrücklich untersagte Algermissen den katholischen Gläubigen, an der Kapellenweihe teilzunehmen. Als „provokativ“ wertete es der Bischof, dass die „Weiheveranstaltung“ von der Pius-Bruderschaft auf den Tag des Fuldaer Bonifatiusfestes gelegt worden sei. Schmidberger erklärte dazu, dieses zeitliche Zusammentreffen sei rein zufällig, von Provokation könne keine Rede sein. Die Bruderschaft müsse ihren bisherigen Fuldaer Kapellenraum zum 10. Juni endgültig einem neuen Mieter übergeben. Deshalb habe man die Einweihung des neuen Gotteshauses auf den diesem Datum vorausgehenden Sonntag gelegt. Schmidberger lud Algermissen ein, in der neuen Kapelle eine heilige Messe nach dem alten Ritus zu feiern.