Würzburg

20 Jahre Neuevangelisierung

Das "K" steht nicht etwa für "katholisch" - sondern für "Kephas", Petrus, den Felsen. Seinem Nachfolger, dem Papst, fühlt sich der katholische Privatsender K-TV auch nach 20 Jahren noch eng verbunden.

Petrus-Statue vor Balkon des Petersdoms
Petrus-Statue vor Balkon des Petersdoms Foto: epa ansa Di Meo (ANSA)

Es dauerte einige Jahre, bis sich das in den 1980er über die USA erfolgreich ausbreitende Spartenfernsehen auch in Deutschland Fuß fasste: Sportsender, Nachrichtensender – und Sender mit religiösem Programminhalt wie etwa „bibel.TV“. Bereits drei Jahre vor der bekannten evangelikalen Sendeanstalt ging ein katholisches Programm auf Sendung: K-TV. Am 11. September 1999 startete das Programm zur Verkündigung des katholischen Glaubens, zur Glaubensstärkung und im Dienste der Neuevangelisierung, lange bevor dieses Schlagwort kirchenintern populär wurde.

Programmschwerpunkte sind die Übertragungen von Heiligen Messen, Exerzitien, Reportagen sowie Liveübertragungen aus Rom oder von Papst-Reisen. Das „K“ im Namen des Senders steht nicht etwa für „Katholisch“, sondern für „Kephas“. So nannte Jesus den Simon, den er damit zum „Felsen“ (Petrus) erklärte, auf den er seine Kirche bauen wolle. Medial weiter an diesem Werk zu bauen, ist Anliegen von K-TV – „Sendung“ in doppeltem Sinne.

Pater Pio brachte die Grundlage

Angefangen hat alles in einem einfachen Gartenschuppen im schweizerischen Gossau (Kanton St. Gallen), bis heute Sitz des Senders. Dort begann Pfarrer Hans Buschor vor 20 Jahren mit großem Idealismus und vielen freiwilligen Helfern, Film-Aufnahmen für das neue Kephas-Fernsehen zu machen. Als Startkapital dienten dem 2017 verstorbenen Geistlichen die Einspielerlöse seines Dokumentarfilms „Pater Pio, Vater von Millionen“ aus dem Jahr 1968, eine Filmbiografie über den bekannten Heiligen mit zahlreichen Augenzeugenberichten und historischen Aufnahmen, die drei Jahrzehnte lang in vielen Kino- und Pfarrsälen gezeigt wurde. Heute sendet K-TV ein 24-Stunden-Programm, sieben Tage die Woche. Im Rahmen der Professionalisierung und des Wachstums wurde 2011 die Kephas Stiftung gemeinnützige GmbH mit Sitz in Opfenbach gegründet, die seitdem Trägerin des Senders ist.

Titelbild des Jubiläums-Programmhefts vom September 2019. Foto: K-TV

Zentrale Programmpunkte von K-TV sind Heilige Messen, die täglich live übertragen werden, etwa aus der Studiokapelle in Gossau, aus Wigratzbad, aus der Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein in Wemding, aus der Kapelle des Päpstlichen Missionswerks „Missio“ in Wien.

Zum Repertoire gehören auch Heilige Messen im außerordentlichen Ritus. Daneben gibt es jeden Sonntag die Übertragung des Angelus-Gebetes des Heiligen Vaters und jeden Mittwoch wird die Generalaudienz übertragen. Weiterhin gibt es Vorträge, Andachten, Meditationen, Reportagen, Nachrichten aus dem Vatikan und aus dem Heiligen Land sowie – in Zusammenarbeit mit „Kirche in Not“ – Interviews und Buchbesprechungen. Wer regelmäßig K-TV schaut, ist über die Kirche und den Glauben bestens informiert.

Eine Besonderheit: die von Sonntag bis Mittwoch ausgestrahlten „Tagesthemen“, interaktives Fernsehen mit Zuschaueranrufen, moderiert von Pfarrer Paul Schuler, der mit Werner Maria Heß und Thomas Maria Rimmel die geistliche Leitung innehat. Ohnehin werden den Zuschauern einige „Extras“ geboten, so die Pilgerfahrten des Senders nach Rom, 2018 zum Volto Santo nach Manoppello und nach San Giovanni Rotondo in diesen Tagen anlässlich des Jubiläums. Der Blick von K-TV ist – der Namensgebung gemäß – auf die „Ewige Stadt“ gerichtet. Pfarrer Rimmel fasst die Haltung zusammen: „K-TV möchte Papst Franziskus auf seinem Weg der Erneuerung der Kirche unterstützen und zwar im Bewusstsein, dass es keine echte Erneuerung geben kann am Papst vorbei oder gar gegen den Papst.“ Ein deutliches Bekenntnis.

Drei Millionen Euro Jahresetat - vollständig aus Spenden

Die Erneuerung der Kirche als Auftrag und Anliegen – kein leichtes Unterfangen. Die katholische Kirche muss im deutschen Sprachraum seit Jahren einen drastischen Mitgliederschwund verzeichnen, deutschsprachige katholische Kirchenzeitungen verlieren an Auflage und Reichweite. Hat katholisches Fernsehen da eine Zukunft? Der Geschäftsführer von K-TV, Patrick Gruhn, ist überzeugt: „In Zeiten des Relativismus werden katholische Medien für die Gläubigen immer wichtiger.“ Dies zeige der stetige Zuwachs an Zuschauern von K-TV.

Neueste Technologien und engagierte Mitarbeiter sorgten für immer mehr Professionalität, so Gruhn. Der ausschließlich aus Spendengeldern finanzierte Sender beschäftigt heute 17 Mitarbeiter in Vollzeit, dazu zwei Teilzeitkräfte und fünf „feste Freie“. „Das Fernsehen und das Verhalten der Zuschauer befinden sich in einem tiefen Wandel: Der Zuschauer wählt immer mehr selbst, was und wann er etwas schaut. Darauf ist K-TV gut vorbereitet und damit für die Zukunft gut positioniert,“ betont der Geschäftsführer.

Und die Finanzierung? Immerhin beträgt das Budget des Senders jährlich rund drei Millionen Euro. Ist es da nicht zu riskant, allein auf Spenden zu setzen? Pfarrer Schuler bezieht dazu eine klare Position: „Der Verzicht auf Werbeeinnahmen beschränkt zwar die zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten, bewahrt K-TV aber auch vor Einflussnahmen und Abhängigkeiten. Umso dankbarer sind wir der göttlichen Vorsehung und der selbstlosen Unterstützung vieler Freunde des K-TV.“

Der runde Geburtstag kann auf K-TV mitgefeiert werden. Am 11. September um 15 Uhr überträgt der Sender die Jubiläumsmesse aus der Kirche des Campo Santo Teutonico, Rom, und um 19 Uhr aus Gossau.