Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 24. Oktober

Das Verhältnis des Islam zur Gewalt - Keine Steuerbegünstigungen mehr für die Kirche - Islamförderung via Katar - Genesis unvereinbar mit der Menschenwürde?

Internationale Zeitschriftenschau

Das Verhältnis des Islam zur Gewalt

„Schluss mit den Krokodilstränen“, fordert Rémi Brague in einem Gespräch mit Famille Chrétienne. Nach dem Messerangriff im Pariser Polizeipräsidium erwartet der Philosoph „konkrete Maßnahmen“ statt bloßer Betroffenheit. Es bestehe zwar ein Unterschied zwischen Islam und Islamismus, doch dieser sei „nur gradueller und nicht grundsätzlicher Natur“. Der Islamismus, „das ist der Islam, der bis zum Ende getrieben wurde. Der Islam, aus dem man die letzten Konsequenzen zieht“. Er sei „eine seltsame Religion, bei der deren Konvertiten so weit getrieben werden können, ihren Nächsten zu töten. Wenn man sich zum Buddhismus bekehrt, kann man Vegetarier werden; wenn man sich zum Christentum bekehrt, versucht man, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben… Manche zum Islam Konvertierte sind der Auffassung, dass man seinen Nächsten auf eine bestimmte Weise töten muss – indem man ihm die Kehle durchschneidet.“

Damit meint Brague natürlich nicht, „dass alle Muslime gewalttätig seien und auch nicht, dass es im Islam nur Gewalt gebe. Aber ich sage damit, dass in den islamischen Quellen alles Nötige enthalten ist, um den Gebrauch von Gewalt zu rechtfertigen.“ Die muslimischen Autoritäten der Al-Azhar-Moschee etwa würden durch den islamischen Staat sehr in Verlegenheit gebracht, „der doch nur das tut, was die Biografie des Propheten berichtet. Kämpfer mit kleinen neunjährigen Mädchen verheiraten, das ist das, was der Prophet mit Aischa tat.“

Zum Thema Gewalt im Koran sagt Brague: „Der Koran ist voller Widersprüche. Wenn es Widersprüche gebe, so können diese – laut Aussage des Korans – nicht von Gott kommen. Wie man das zusammenbringen kann? Durch die Theorie der Aufhebung: Ein späterer Vers hebt den früheren Vers auf. Wenn zwei Verse zwei widersprüchliche Gebote enthalten, setzt der jüngste den vorhergehenden Vers in Klammern. Dazu muss man wissen, dass die letzte Sure, Sure 9, die kriegerischste von allen ist: ,Tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt… bis sie aus freien Stücken den Tribut entrichten und ihre Unterwerfung anerkennen‘ (IX, 5 und 29). Dieser Vers hebt die vorhergehenden auf, vor allem diejenigen, die von Frieden und Toleranz sprechen.“ Doch, so Brague weiter, „nicht das Problem mit der Gewalt steht an erster Stelle. Die eigentliche Frage ist die nach der Wahrheit. Der Islam ist nicht deshalb unwahr, weil er gewalttätig ist, sondern er ist gewalttätig, weil er unwahr ist.“

Keine Steuerbegünstigungen mehr für die Kirche

Ein Demokrat, der hofft, bei der US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zum Kandidaten seiner Partei gekürt zu werden, sagte, dass Kirchen, religiöse Universitäten und kirchliche Wohltätigkeitsorganisationen ihren von der Steuer befreiten Status verlieren sollten, wenn sie die „Homo-Ehe“ nicht befürworteten. Dies meldet das britische Magazin The Tablet. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas, Beto O'Rourke, und acht weitere Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur antworteten bei einer von CNN gesponserten Veranstaltung auf Fragen in Bezug auf „LGBT-Themen“: „Es kann keine Belohnung, keine Unterstützung, und keine Steuervergünstigung für irgend eine Institution oder Organisation in Amerika geben, die die vollen Menschenrechte und die vollen Bürgerrechte für jeden Einzelnen von uns leugnet“, sagte O'Rourke.

Islamförderung via Katar

Straßburg ist zu einer bevorzugten Zielscheibe des islamischen Staates geworden. Dies wurde kürzlich vom Gemeinderat und Abgeordneten des Rassemblement National, Andréa Didelot, angeprangert, wie Valeurs actuelles berichtet. Anfang Oktober erfuhren die Straßburger aus der Lokalpresse, dass ihre Stadtverwaltung, vertreten durch den für die Beziehungen zwischen den Religionen zuständigen Stadtrat Nicolas Matt, an einem sogenannten „Höflichkeitsbesuch“ bei der NGO Quatar Charity teilgenommen hatte. Dieser Besuch zielte darauf ab, finanzielle Mittel für die Fertigstellung der, der türkischen Bewegung Milli Görus angegliederten, Moschee Eyyub Sultan im Straßburger Stadtteil Meinau zu erhalten: Doch „Quatar Charity steht unter dem dringenden Verdacht, sich an der Finanzierung des islamistischen Terrorismus zu beteiligen und enge Verbindungen zu terroristischen Gruppen wie den Muslimbrüdern, Al Kaida et cetera zu unterhalten. Über die Gefährlichkeit dieser fundamentalistischen Bewegungen hinaus hat Quatar Charity nie seinen Willen verborgen, den Islam in Europa zu beeinflussen.“

Genesis unvereinbar mit der Menschenwürde?

„Sollten Katholiken die Europäische Menschenrechtskonvention noch unterstützen?“, fragt Andrew Tettenborn im Catholic Herald: „Wie Leo XIII. in Rerum Novarum darlegte, können wir Grausamkeit oder eine haltlose Diskriminierung nicht hinnehmen, wenn wir zu der Vorstellung stehen, dass wir alle nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden.“ Doch zunehmend seien die Gesetze unter der Europäischen Menschenrechtskonvention „nicht unbedingt säkulare Reflexionen einer fundierten Lehre, sondern eher ihr glattes Gegenteil“. Jüngste richterliche Entscheidungen in Großbritannien hätten deutlich gemacht, „dass die Gläubigen sehr genau überlegen sollten, inwieweit sie die Konvention weiterhin guten Gewissens unterstützen können“. So habe Anfang Oktober der Oberste Gerichtshof Nordirlands erklärt, dass die „Erlaubnis von Abtreibungen von durch Vergewaltigung oder Inzest entstandenen gesunden Föten nicht nur akzeptabel, sondern als eine Frage der Menschenrechte sogar nötig ist – oder genauer gesagt, in Bezug auf das Recht der Mutter auf ihr Privat- und Familienleben“.

2018 wurde David Mackereth, ein christlicher Arzt, vom Ministerium für Arbeit und Rente entlassen, „weil er darauf bestand, dass die Menschen als Mann oder als Frau erschaffen wurden, und er damit ablehnte, jeden grundsätzlich mit seinem ,bevorzugten Pronomen‘ anzusprechen. Das Arbeitsgericht verwarf seine Klage wegen Diskriminierung und Verletzung der Religionsfreiheit. Es sagte, Menschenrechte beträfen die ,Würde‘. Der Glaube an Genesis 1,27 und die Ablehnung des Transgenderismus aus Gewissensgründen seien ,mit der Menschenwürde unvereinbar und widersprechen den Grundrechten anderer‘.“ Interessant dabei sei, so Tettenborn, dass „die katholischen Werte, die die Menschenrechte stützen – Würde, Autonomie, die Familie – in all diesen Urteilen zwar zugegen sind, sich im Denken der Juristen und weltlichen Publizisten jedoch dramatisch gewandelt haben“.