Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 10. Oktober

Namensgebung in Pakistan - Transgender überall - Sozialbetrug in Frankreich - Angriffe auf Polen

Internationale Zeitschriftenschau

Namensgebung in Pakistan

Um Übergriffen durch religiösen Fanatismus zu entgehen, sehen sich christliche Eltern in Pakistan gezwungen, ihren Sprösslingen muslimische Namen zu geben. Dies berichtet der Catholic Herald unter Berufung auf die Aussagen von Bischof Samson Shukardin von Hyderabad. Dieser sagte der internationalen katholischen Hilfsorganisation Kirche in Not (ACN International): „Viele Minderheiten geben ihren Kindern muslimische Namen, damit sie nicht als Christen ausgesondert werden und zu potenziellen Zielscheiben der Diskriminierung in Grund- oder weiterführenden Schulen oder auf dem College werden.“

Transgender überall

Das Thema „Transgender“ hat in Großbritannien bereits mehrere Bereiche des öffentlichen Lebens erreicht und verändert die Gesellschaft. So berichtet die Sunday Times über „zu starke Trans-Rugby-Spieler“, vor denen sogar die weiblichen Schiedsrichter Angst bekommen und ihr Amt aufgeben, „weil sie befürchten, dass die Spielregeln, die nunmehr auch Transfrauen die Teilnahme ermöglichen, zu schweren Verletzungen führen würden“. Die Schiedsrichterinnen hätten, so die Zeitung, „ausgesagt, man habe sie gewarnt, sich mit bärtigen oder stark muskulösen Spielern anzulegen“, die in Frauenmannschaften mitspielten. Den Artikel ziert ein Farbfoto, auf dem eines dieser Rugby Teams der Frauen – die „Rotherham Ladies“- abgebildet ist. Vor den übrigen Spielerinnen posiert eine Person mit Bart, die in der Bildunterschrift als „Transgender-Spieler Verity Smith“ bezeichnet wird. Die englischen Rugbyregeln fordern, dass Transfrauen einen Bluttest machen müssen, um zu beweisen, dass ihr Testosteronspiegel in den vergangenen zwölf Monaten unterhalb eines bestimmten Niveaus (5 Nanomol/Liter) liege. Dieser Wert ist halb so hoch, wie der vom Internationalen Olympischen Komitee festgesetzte, um an Frauenwettkämpfen teilnehmen zu können. Die Normwerte für Männer liegen normalerweise zwischen zwölf und 40 Nanomol/l, die für Frauen etwa zwischen 0,5 und 2,0 Nanomol/l Testosteron. Die britische Tageszeitung The Telegraph titelt: „Nach den neuen Leitlinien des nationalen Gesundheitsdienstes NHS können sich Transgender-Patienten selbst aussuchen, ob sie auf Männer- oder Frauenstationen behandelt werden.“ Eine Nachfrage der Zeitung bei Krankenhäusern ergab, dass trotz der offiziellen Richtlinie des Gesundheitsministeriums, gemischtgeschlechtliche Stationen abzuschaffen, Kliniken männlichen Patienten dennoch üblicherweise erlauben, sich auf einer Frauenstation unterbringen zu lassen, wenn sie sich selbst als Frau identifizierten. Der Umgang mit dem Transgender-Thema wirkt sich auch auf andere Bereiche aus. So befasst sich die Times mit dem „Transgender-Problem“ an Schulen und zitiert die ehemalige Leiterin der St. Paul?s-Mädchenschule, die feststellte, dass Schüler „ihr Geschlecht nur deshalb wechseln, um Aufsehen zu erregen“.

Sozialbetrug in Frankreich

Homme Nouveau teilt die Ergebnisse eines Vorberichtes der französischen Regierung mit, der die Aufdeckung eines „gigantischen Sozialbetrugs“ zum Inhalt hat. Aufgrund falscher Dokumente seien Millionen von Krankenversicherungskarten ausgegeben worden: „Obwohl Frankreich nur 67 Millionen Einwohnern zählt, sind im französischen Sozialsystem 84 Millionen Personen registriert, darunter drei Millionen angeblich noch lebende Hundertjährige (in Wirklichkeit sind es nur 15 000). Der Anteil der nicht entdeckten Betrugsfälle bleibe naturgemäß unbekannt, ebenso die Anzahl der illegalen Einwanderer. Dennoch sei diese Form des Betrugs Anzeichen für die Anziehung durch die „Saugpumpen unseres Sozialsystems, das allen Regionen offensteht“.

Angriffe auf Polen

Seitdem die Partei PiS in Polen an der Macht ist (seit 2015), wurde das Land besonders von westlichen Linksliberalen gebrandmarkt, schreibt der polnische Psychologe und Journalist Jan L. Franczyk in La Nef. Die Vorwürfe lauten, dass in Polen Diktatur herrsche, die Demokratie zerstört und die Unabhängigkeit der Justiz beseitigt werde. Außerdem sei die Pressefreiheit bedroht, (insbesondere sexuelle) Minderheiten würden verfolgt, und Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit seien weit verbreitet. Ein solches Tableau sei jedoch nicht nur das Werk einiger westlicher Journalisten, sondern auch eines Teils der polnischen Presse. Die „Fakten widerlegen indes die Unterstellungen“: Regierung und Präsident genössen eine breite Unterstützung des Volkes. Viele – auch regierungsfeindliche – Demonstrationen gehörten zwar zum Alltag in Polen, dennoch würden auch diese von der polnischen Polizei geschützt. „Und Polen soll ein antisemitisches, fremdenfeindliches und intolerantes Land sein?“, fragt Franczyk. Es reiche, an die vielen europäischen Länder zu denken, „wo Synagogen und Schulen von der Polizei geschützt werden, um ihre Sicherheit zu garantieren. In Polen ist das völlig unnötig“. Warum also versuche man ständig, das Land und die Polen selbst zu diskreditieren? Franczyk glaubt, dies liege an den Polen selbst: „An ihrem Charakter und ihrem Festhalten an drei Werte – Gott, Ehre und Vaterland. Diese drei Worte bringen die Wertehierarchie zum Ausdruck, die die Mehrheit der Polen geleitet haben und noch immer leiten: alles für das Vaterland zwar, doch zunächst kommen die Liebe zu Gott und außerdem die Ehre. Die Polen haben nur vor Gott niedergekniet.“ Für die Bewahrung der polnischen Identität habe „stets die Kirche eine entscheidende Rolle gespielt“. Die große Mehrheit der Polen sei zutiefst mit der Tradition, mit Gott und seiner Mutter verbunden: „Es ist diese Bindung an die Tradition, die Kirche, die traditionelle Familie, die Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod –, die den Hass bei denjenigen entfesselt, die möchten, dass das Christentum zerstört oder zumindest auf die Sakristeien beschränkt werde“. So sei Polen heute „ein Zeichen des Widerspruchs angesichts der postmodernen Kultur und der Diktatur des Relativismus“. Denn die Polen denken an die Worte des heiligen Johannes Paul II. vom 26. März 1981: „Lernt, eine Sünde eine Sünde zu nennen und nennt sie nicht Befreiung und Fortschritt.“ Franczyk fügt hinzu: „In Europa findet ein Kampf statt, der weniger politischer oder ökonomischer denn spiritueller Natur ist – es ist der Kampf mit den Mächten der Finsternis, der Kampf, in dem sich die Kultur des Todes und die Kultur des Lebens gegenüberstehen. Hier findet sich der Hauptgrund für die Angriffe auf Polen und auf die christliche Sicht des Menschen und der Gesellschaft.“

DT/KS