Der Fotograf und die junge Studentin

Eine ganz unkonventionelle Beziehung zwischen Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Ritesh Batras Spielfilm „Photograph“.

Garcías Filmtipp: "Photograph"
Die alte Dame (Farrukh Jaffar) möchte ihren Enkel, den Fotografen Rafi (Nawazuddin Siddiqui, endlich unter die Haube bringen. Die junge Studentin Miloni (Sanya Malhotra) sagt zu, sich für ein paar Tage als seine Verlobte auszugeben. Foto: Amazon Studios

Im Jahre 2013 überraschte der aus Mumbai stammende Drehbuchautor und Regisseur Ritesh Batra mit seinem Spielfilmdebüt „Lunchbox“, der von einer zarten, alles andere als konventionellen Beziehung zwischen einer Hausfrau mit blendenden Kochkünsten und einem Versicherungsangestellten handelt, dem das eigentlich für den Ehemann gedachte Mittagessen irrtümlich immer wieder zugeliefert bekommt.

Für ein paar Tage gibt sich die Studentin als seine Verlobte aus

Für seinen nun im deutschen Kino anlaufenden Spielfilm „Photograph – Ein Foto verändert ihr Leben für immer“ geht Ritesh Batra von einer ähnlichen Ausgangssituation aus. Mitten in Mumbai arbeitet Rafi (Nawazuddin Siddiqui) als Fotograf insbesondere für Touristen am bekannten Triumphbogen mit dem Namen „Gateway of India“. Nachts teilt er sich ein ärmliches Zimmer mit anderen Männern, die entweder ebenfalls Junggesellen sind, oder deren Familie im Dorf lebt.

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Als seine Großmutter (Farrukh Jaffar) ihn immer mehr bedrängt, endlich zu heiraten, schickt Rafi ihr kurzerhand ein Foto der schüchternen Fremden Miloni (Sanya Malhotra), die er zufällig fotografiert hat. Die alte Dame will sofort die junge Frau kennenlernen, und so muss Rafi sie ausfindig machen. Es gelingt dem Fotografen, die Wirtschaftsstudentin aus der Mittelklasse zu überzeugen, sich für ein paar Tage als seine Verlobte auszugeben.

Ansprechende Mischung aus Lokalkolorit und westlicher Dramaturgie

Wie schon in „Lunchbox“ arbeitet am Film ein internationales Team, unter anderem die Kameramänner Tim Gillis und Ben Kutchins und der Filmmusiker Peter Raeburn, der mit schöner Klaviermusik etliche Stellen untermalt. Für das Produktionsdesign zeichnet wie in „Lunchbox“ die Inderin Shruti Gupte verantwortlich. Dadurch entsteht eine ansprechende Mischung aus dem Lokalkolorit der indischen Gesellschaft und einer durchaus westlichen Dramaturgie. Zunächst scheint „Photograph“ eine Verwechslungskomödie zu werden mit lustigen Einfällen. Nach und nach entwickelt sich aber „Photograph“ zur Geschichte einer Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen – mit einem originellen Filmschluss.

DT

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