Kinder sehen oft ungewollt Porno-Inhalte im Netz

Kinder und Jugendliche kommen laut einer Studie der Universitäten Stuttgart-Hohenheim und Münster früh und oft ungewollt in Kontakt mit Pornografie. Rund die Hälfte von etwa 1 000 Befragten Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren gab demnach an, pornografische Inhalte gesehen zu haben, meistens über das Internet. Andere Medien wie Fernsehen oder Pornohefte spielten kaum noch eine Rolle, betonten die Studienautoren am Mittwoch in Stuttgart. Sie gaben das durchschnittliche Alter für den ersten Kontakt mit Internetpornografie mit 12,7 Jahren an. 60 Prozent der Mädchen seien ungewollt mit Pornografie in Kontakt gekommen, etwa weil Freunde ihnen entsprechende Seiten zeigten oder weil sie zufällig auf sie gestoßen seien. Bei den Jungs sagten dies 37 Prozent. Viele Kinder und Jugendliche würden „mit etwas konfrontiert, was sie weder sehen wollen noch richtig verstehen“, so Thorsten Quandt von der Universität Münster. Da die Mediennutzung häufig heimlich geschehe, müssten die Kinder und Jugendlichen die Inhalte auch meist allein verarbeiten. Nur vier Prozent der Befragten gaben an, nach dem ersten Kontakt mit pornografischen Inhalten darüber mit Eltern oder Lehrern gesprochen zu haben. Dies belege, dass das Reden über die eigene Sexualität unter Jugendlichen noch immer ein Tabuthema sei, so die Studienmacher. DT/KNA