Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 29. Mai

Verfolgung in Argentinien und China

Internationale Zeitschriftenschau

Verfolgung in Argentinien und China

Ein argentinischer Arzt wurde vor Gericht für schuldig befunden, eine Abtreibung verhindert zu haben. Leandro Rodríguez Lastra hatte das Leben eines Babys gerettet, dessen Mutter eine Abtreibungspille genommen hatte, wie der Catholic Herald berichtet. Die richterliche Entscheidung am Rio Negro Gerichtshof in Argentinien, ob Rodríguez seine ärztliche Zulassung verliert oder sogar einen bis zu zweijährigen Gefängnisaufenthalt zu gewärtigen hat, steht noch aus. Der Leiter der gynäkologischen Abteilung eines Krankenhauses in Cipoletti hatte 2017 eine 19-jährige Schwangere behandelt, die nach der Einnahme von Misoprostol, die sie von einer Abtreibungsorganisation bekommen hatte, an starken Schmerzen litt. Der Arzt bestätigte, dass sich die Frau etwa in der 23. Schwangerschaftswoche befand und das Kind mehr als 500 Gramm wog. Rodríguez trieb das Baby nicht ab, sondern stabilisierte die Patientin, und in der 35. Woche wurden die Wehen eingeleitet. Einige Tage nach der Geburt wurde das Kind adoptiert und nun wird es bald zwei Jahre alt. Gegen den Arzt wurde ein Prozess mit der Begründung eröffnet, er habe eine bereits eingeleitete Abtreibung gestoppt. Richter Meynet stellte fest, dass der Gynäkologe gesetzlich verpflichtet gewesen wäre, die Abtreibung durchzuführen. Ein weiterer Artikel des Catholic Herald widmet sich der Überwachung und Verfolgung der Christen in China. Der China-Experte Steven Mosher wird zitiert: „Den Behörden vor Ort wurde grünes Licht gegeben, die Ortskirche hochgradig zu verfolgen, und die patriotische Kirche wird davon nicht ausgenommen.“ Es sei bekannt, „dass patriotische Kirchengebäude zerstört werden, nicht nur Untergrundkirchen“. In der Provinz Hebei sei geplant, 24 Kirchen niederzureißen. Der Wortlaut der 2018 vom Vatikan unterzeichneten provisorischen Vereinbarung mit China wurde nicht veröffentlicht, und so stelle die chinesische Regierung das Abkommen falsch dar „und sagt den Bischöfen und Priestern, dass sie sich der Katholischen Patriotischen Vereinigung anschließen müssten. Doch das ist, glaube ich, nicht das, was der Vatikan im Sinn hatte“, so Mosher: „Der einzige Druck, auf den die Volksrepublik China reagiert, ist der von außerhalb.“ Im ganzen Land seien in Kirchen Tag und Nacht Überwachungskameras installiert: „Pekings größte protestantische Kirche wurde letzten September gezwungen zu schließen, weil ihr Pastor eine staatliche Order ablehnte, Gesichtserkennungskameras auf der Kanzel zu installieren“. Hoffnung finde Mosher darin, dass es heute in China mehr Christen als Mitglieder der Kommunistischen Partei gebe: 97 Millionen im Vergleich zu 94 Millionen.

Kein Turban im Schwimmbad

15 Frauen der Organisation „Alliance Citoyenne“ sind kürzlich in einem öffentlichen Schwimmbad in Grenoble mit einem Burkini bekleidet schwimmen gegangen, obwohl diese Form der Badebekleidung dort verboten ist. Anne-Sophie Chazaud beklagt im Figaro diese „provokativen Aktionen eines islamistischen Entrismus“, einer islamistischen Infiltration, „die auf die allmähliche und mehr oder weniger brutale Einführung von Regeln und Gebräuchen des politischen Islam in Frankreich abzielt“. Es vergehe kaum eine Saison, „ohne dass eine Hidschab- oder Burkini-Operation im Rampenlicht steht“, die sich die Unbeholfenheit eines „oftmals zögerlichen, klientelistischen oder ganz einfach verängstigten politischen Personals“ zunutze mache. Denn die Aktion im Schwimmbad blieb ohne Folgen für die die Badeordnung übertretenden Muslima. Eines der von den Aktivistinnen meistens verwendeten Argumente sei „der Kampf gegen eine angebliche Islamophobie“. Doch, so Chazaud, „niemandem wird der Zugang zu den Schwimmbecken aufgrund seiner Religion verwehrt“, das wäre diskriminierend: Der Zugang in einem Burkini werde ihnen verwehrt „einerseits aufgrund von sinnvollen Hygienebestimmungen und andererseits aufgrund der Gleichbehandlung von Männern und Frauen“. Auch Männer dürften in öffentlichen Schwimmbädern aus den gleichen Gründen nicht mit Bermudas oder mit einem Turban bekleidet ins Wasser gehen.

Kardinal Eijk über Interkommunion

Ein Jahr, nachdem Kardinal Eijk in einer Stellungnahme Papst Franziskus aufforderte, bezüglich der von Kardinal Marx angekündigten Öffnung der Kommunion für protestantische Ehepartner von Katholiken Klarheit zu schaffen, bestätigt er in einem langen Interview mit Jeanne Smiths unter anderem, dass wiederverheiratete „Geschiedene“ weder zur Kommunion noch zur Absolution zugelassen werden dürften. In dem im Magazin L'Homme Nouveau veröffentlichten Gespräch beklagt der Erzbischof von Utrecht, dass die derzeitige Situation in der Weltkirche mit widersprüchlichen diesbezüglichen Entscheidungen verschiedener Bischofskonferenzen Verwirrung unter den Gläubigen stifte. Deshalb habe er in seiner Erzdiözese erneut „auf sehr deutliche Weise“ die Lehre der Kirche in Bezug auf die Interkommunion dargestellt; dieser Artikel sei auch auf Englisch und Italienisch um die Welt gegangen. Darin habe er ferner festgestellt, dass zwei Kardinäle, „deren Namen ich nicht genannt habe, sich für die Segnung homosexueller ,Ehen‘ ausgesprochen haben“. Er habe den Papst darum gebeten, „einfach mithilfe der lehramtlichen Dokumente der Kirche Klarheit zu schaffen. Doch bis heute hat sich die Lage nicht verändert. Es gab keine Reaktion, noch nicht einmal in der Öffentlichkeit. Das bedeutet, dass die Verwirrung im Hinblick auf diese Fragen unter den Katholiken groß bleibt.“ Im Allgemeinen konstatiere man heute unter den Katholiken eine gewisse „Ängstlichkeit, ihren eigenen Glauben an Christus wie auch an die Lehren der Kirche öffentlich zu zeigen“. Doch nicht nur alle Gläubigen, sondern alle Menschen hätten ein Anrecht auf die Wahrheit des Glaubens: „Jesus hat uns gesandt, um das Evangelium allen Menschen vollständig zu verkünden, einschließlich der Passage, in der er bekräftigt, dass die Ehe unauflösbar ist.“ Angesprochen darauf, ob es einen Zusammenhang zwischen der Kultur des Todes und dem Tod des Kultes gebe, antwortet Kardinal Eijk, der die heilige Messe in der Kapelle des erzbischöflichen Palastes ad orientem feiert: „Ja, diese Verbindung besteht sicherlich.“ Dies habe mit der Säkularisierung der Gesellschaft seit den sechziger Jahren zu tun, deren Folge wachsender Individualismus sei: „Die autonomen Individualisten meinen, sie hätten selbst das Recht, über ihr Leben zu verfügen – bei der Euthanasie, bei der Sterbehilfe“. Denn der „Aufstieg des Individualismus, das Verschwinden oder zumindest die Schwächung des christlichen Glaubens bei den meisten stehen sicher im Zusammenhang mit dem Aufkommen der Kultur des Todes“.

DT/KS