Dirigent Eschenbach feiert 70. Geburtstag

Christoph Eschenbach zählt zu den herausragenden Dirigenten unserer Zeit, die das Alter zu immer anspruchsvolleren Unternehmungen treibt. Zurzeit stimmt sich der deutsche Pult-Star, der am heutigen Samstag, 20. Februar, 70 Jahre alt wird, denn auch auf einen der attraktivsten Doppelposten ein, die das offizielle Amerika zu bieten hat: das Amt des Chefdirigenten des National Symphony Orchestra Washington und – eigens für ihn geschaffen – den Job des Musikdirektors des John F. Kennedy Center for the Performing Arts. Im Zentrum der amerikanischen Macht also soll Eschenbachs geballte musikalische Kompetenz künftig nicht nur für globalen Glanz aus der US-Hauptstadt sorgen, sondern auch der Musik-Förderung des Landes frische Impulse geben. Vorbild ist Venezuela, wo der junge Feuerkopf Gustavo Duhamel exemplarisch vorgeführt hat, wie man die vernachlässigten Kinder der Nation aus den Slums holt und für die Musik begeistert. „Besser, man gibt ihnen Instrumente in die Hand, als dass sie sich Gewehre besorgen!“, sagte Eschenbach der Deutschen Presse-Agentur dpa. Amerika reizt ihn. Als brillanter Vertreter der alten deutschen Dirigiertradition hatte er dort auch einst den entscheidenden Sprung in die Spitzenriege der internationalen Pult-Stars geschafft. Ebenso wie Wolfgang Sawallisch oder Christoph von Dohnanyi. Mit Eschenbach als innovativem Chefdirigenten des Houston Symphony Orchestra (1988–1999) war die texanische Öl-Stadt am mexikanischen Golf zur strahlenden Musikmetropole aufgeblüht. Dann aber lockte ein Ruf aus Deutschland, genauer: aus Hamburg, wo man Eschenbach den begehrten Chefposten beim NDR-Sinfonieorchester anbot. Es war eine Rückkehr auf wohlbekanntes, mit glücklichen Erinnerungen gesättigtes Terrain, von wo es jetzt wieder nach Amerika geht. DT/dpa