"Demo für Alle" in Wiesbaden

Kritik an Sexualerziehung in Hessen. Von Sebastian Krockenberger

Das Aktionsbündnis für Ehe und Familie „Demo für Alle“ ruft für Sonntag, 30. Oktober 2016, um 14 Uhr nach Wiesbaden zu einer Kundgebung und Demonstration unter dem Motto „Elternrecht achten – Indoktrinierende Sexualerziehung stoppen!“ auf. Anlass ist der neue Sexualerziehungs-Lehrplan, den das CDU-geführte Kultusministerium unter Alexander Lorz gegen den ausdrücklichen Willen der Landeselternvertretung, gegen das Votum der katholischen Kirche und ohne öffentliche Diskussion bereits am 19. August 2016 erlassen hat. Laut einer Mitteilung des Aktionsbündnisses sollen die Schüler in Hessen künftig fächerübergreifend zu „Akzeptanz verschiedener sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten“ erzogen werden. Für sechs- bis zehnjährige Schüler soll „kindliches Sexualverhalten“ und „gleichgeschlechtliche Partnerschaften“ zum Thema werden. Zehn- bis zwölfjährige Schüler sollen „unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten (Hetero-, Bi-Homo- und Transsexualität)“ kennenlernen. Ab 13 Jahren sollen die Schule dann über „erste sexuelle Erfahrungen“, „Schwangerschaftsabbruch, § 218 StGB und Beratungsangebote“, „Aufklärung über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität“ unterrichten. Gegebenenfalls soll Unterstützung beim Coming-Out angeboten werden. Die 16- bis 19-Jährigen werden künftig mehr erfahren über „Adoption, Leihmutterschaft, künstliche Befruchtung“, „Geschlechtsspezifisches Rollenverhalten“ und „das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung“. „Im Lehrplan wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Sexualerziehung ,für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich und nicht an die Zustimmung der Eltern gebunden‘ ist“, hält „Demo für Alle fest“.

Dazu erklärt die Sprecherin des Aktionsbündnisses Hedwig von Beverfoerde: „Das ist Sexualerziehung mit der Brechstange! Dieser Lehrplan nimmt keinerlei Rücksicht auf die Gefühle von Kindern und Jugendlichen und ist eine Kampfansage gegen das Erziehungsrecht der Eltern. Wenn die CDU/Grüne-Regierung geglaubt hat, diesen indoktrinierenden Sexualerziehungs-Lehrplan ohne Widerstand einsetzen zu können, dann irrt sie. Bestärkt von unseren hessischen Eltern in der Demo-für-Alle-Bewegung werden wir dagegen auf die Straße gehen. Mit dieser Demonstration setzen wir gegenüber Hessen und allen anderen Bundesländern ein klares Signal: Wir lassen nicht zu, dass die schulische Erziehung unserer Kinder von Gender- und Homo-Ideologen bestimmt wird. Dieser Lehrplan muss weg.“ Erst durch einen Bericht des Hessischen Rundfunks vom 19. September 2016 wurde der neue Lehrplan einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Lediglich mit einem kurzen Vermerk im Amtsblatt und der Freischaltung des Dokuments auf seiner Homepage hatte das Hessische Kultusministerium das Inkrafttreten des neuen Lehrplans zur Sexualerziehung bekannt gemacht. Eine Pressekonferenz oder eine Pressemitteilung gab es nicht.