Das Internet muss mehr als Skandalöses bieten

Medienbischof Gebhard Fürst: Die Kirche kommt unzureichend in Medien vor

Die katholische Kirche kommt nach den Worten ihres Medienbischofs Gebhard Fürst „mit all ihren Facetten nur sehr ausschnitthaft“ in den Medien vor. Das Interesse richte sich auf das Außergewöhnliche, das Spektakuläre und das Skandalöse, sagte Fürst in einem Interview der in Freiburg erscheinenden „Herder Korrespondenz“ (November-Heft).

Ein adäquates Bild lasse sich in den säkularen Medien kaum vermitteln. Nach einer Studie, so Fürst, kommen die Kirchen lediglich in 0,4 Prozent aller Fernsehbeiträge vor. Über ihr eigenes kulturelles und diakonisches Engagement wisse die Kirche selbst oft nicht genug.

Mit einem eigenen Fernsehkanal könnte die Kirche „eine wichtige Ergänzung“ schaffen, so der Rottenburger Bischof, der in der Deutschen Bischofskonferenz die Medienkommission leitet. Fürst berichtete von einer Reise in die USA, wo es mehrere kirchliche Spartenkanäle gibt. Nach seiner Kenntnis kann ein 24-Stunden-Programm dort für umgerechnet knapp vier Millionen Euro jährlich produziert werden. In Deutschland müsse berechnet werden, was ein vergleichbares Angebot hier kosten würde. Zunächst gehe es darum, sich um die Möglichkeiten eines Internet-Fernsehens zu kümmern. Über die Trägerstruktur eines Kirchen-Senders muss nach den Worten des Bischofs noch weiter nachgedacht werden. Bischof Fürst sprach sich in dem Zusammenhang für eine „relativ hohe Unabhängigkeit“ aus. DT/KNA