Aus dem Glauben standhaft bis in den Tod

In Cannes wurde gerade eine Filmbiografie über den seligen Franz Jägerstätter vorgeführt. Von José García

Filmtipp:„Ein verborgenes Leben“
August Diehl als Franz Jägerstätter und Bruno Ganz als Richter in einer Szene des Films "Ein verborgenes Leben". Foto: dpa

Auf den Internationalen Filmfestspielen Cannes stellte am Sonntag Terrence Malick „A Hidden Life“ („Ein verborgenes Leben“), eine Filmbiografie über den seligen Franz Jägerstätter vor. Geboren wurde Jägerstätter 1907 in St. Radegund, Oberösterreich. Durch seine Ehefrau Franziska, geb. Schwaninger (1913–2013), die er im April 1936 heiratete, kam Franz dem katholischen Glauben näher. So war er auch Messner in der Dorfkirche. Im März 1943 erklärte er nach der Einberufung zur Wehrmacht seine Wehrdienstverweigerung. Nachdem ein Reichskriegsgericht ihn zum Tode verurteilte, wurde Franz am 9. August 1943 hingerichtet. Benedikt XVI. autorisierte die Anerkennung des Martyriums Jägerstätters, der am 26. Oktober 2007 seliggesprochen wurde. Seine 94-jährige Frau Franziska konnte noch an der Feier teilnehmen – sie starb 2013 in St. Radegund.

Der 75-jährige, der Episkopalkirche angehörende, gläubige Christ Terrence Malick gewann 2011 die Goldene Palme in Cannes mit „The Tree of Life“, einem Loblied auf die Schöpfung sowie auf die Vater- und Mutterschaft, das die Suche nach Gott thematisiert. Der promovierte Philosoph (er schrieb seine Doktorarbeit über Heidegger und Wittgenstein) widmete sich in seinen Filmen immer wieder religiösen Themen.

„Ein verborgenes Leben“ zeigt einen Mann, der „getragen von seinem Glauben und der Liebe zu seiner Frau und den Kindern, selbst im Angesicht der Hinrichtung bis zuletzt überzeugt blieb, seinem Gewissen zu folgen“, so die Produktionsfirma. Das Drehbuch greift auf den von Erna Putz herausgegebenen Briefwechsel zwischen Jägerstätter und seiner Frau Franziska „Fani“ zurück. Franz Jägerstätter wird von August Diehl verkörpert, der betont, er habe den Briefwechsel zwischen Franz und Fani Jägerstätter „fast wie ein zweites Drehbuch gelesen, neben dem von Malick“.

Die Rolle von Franziska Jägerstätter übernimmt die junge oberösterreichische Schauspielerin Valerie Pachner, die etwa 60 km entfernt im selben Bezirk aufwuchs. Richter Lueben, der Franz zu Tode verurteilte, wird vom im Februar 2019 verstorbenen Bruno Ganz verkörpert. Zur Besetzung gehören bekannte deutsche und internationale Darsteller: Maria Simon, Tobias Moretti, Ulrich Matthes, Matthias Schoenaerts, Martin Wuttke.

Die Filmemacher legen bei den Handlungsorten besonderen Wert auf Authentizität. Dazu gehören etwa Innenaufnahmen in Jägerstätters Haus, in dem Fanis Stickereien immer noch an den Wänden hängen. Die Wanduhr in Jägerstätters Wohnzimmer ist dieselbe, die Fani um 16 Uhr am 9. August 1943 – genau zu der Stunde seiner Hinrichtung – schlagen hörte, während sie die Gegenwart von Franz spüren konnte.

Bei der Authentizität spielt auch die Tonspur eine wichtige Rolle. So erklärt Filmkomponist James Newton Howard: „Eine von Terrys (Malick) ersten Ideen war, die Töne und Geräusche aufzunehmen, die er während der Produktion eingefangen hatte: das Kirchengeläut aus den Dörfern, das Muhen von Kühen, das Blöken von Schafen, das Sägewerk, die Geräusche aus dem Gefängnis und das Mähen auf den Feldern.“ Der Komponist baute sie in die Filmmusik ein. – „Ein verborgenes Leben“ wird wohl erst Anfang 2020 im Kino starten.