Verschärfte Debatte um Schweinefleisch

In der Debatte um Schweinefleisch an deutschen Kindergärten und Schulen sieht der Deutsche Lehrerverband einen wachsenden Druck aus dem muslimischen Milieu. Islamische Interessensgruppen, Moscheevereine, Verbände, Elterngruppen vor Ort oder auch überregional, artikulierten sich „viel stärker und offenkundiger als früher“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Mittwoch in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Das betreffe beispielsweise auch Bitten nach einer vermehrten Rücksichtnahme des Schulbetriebs auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan, etwa durch Verzicht auf Sportfeste oder weniger Hausaufgaben. Zuvor hatte die Entscheidung zweier Leipziger Kindertagesstätten in freier Trägerschaft, aus Rücksicht auf muslimische Kinder auf Schweinefleisch und tierische Gelatineprodukte wie Gummibärchen zu verzichten, bundesweit Aufsehen erregt. Vertreter von AfD und CDU wandten sich gegenüber Medien gegen ein „Verbot von Schweinefleisch“. Als Reaktion auf die Debatte entschied sich die Kita-Leitung in Leipzig unterdessen, vorerst nicht auf Schweinefleisch zu verzichten. Es handle sich dabei mitnichten um einen Einzelfall, sagte Meidinger. „Es gibt viele Schulkantinen und Kioske an Schulen mit hohem Anteil von Kindern mit muslimischen Migrationshintergrund, die offen oder ganz still und leise ihr Speisenangebot dementsprechend verändert haben.“ Grundsätzlich sei es kein Problem, wenn Schulkantinen auf die Nachfrage und Bedürfnislage der Schüler Rücksicht nähmen, betonte der Verbandspräsident. „Problematisch wird es, wenn sich dann die nichtmuslimische Minderheit dieser Vorgabe komplett unterwerfen muss und es keine alternativen Speisenangebote mehr gibt.“ DT/KNA

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