Rassismusbegriff in Deutschland „zu eng“

Kritik des Deutschen Instituts für Menschenrechte und des UN-Menschenrechtsrats

Berlin (DT/KNA) Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat Bund, Länder und Kommunen zu einem anderen Verständnis von Rassismus aufgefordert. Der bisherige Begriff sei „zu eng“, erklärte das Institut am Mittwoch in Berlin. Gleiches gelte für Institutionen wie die Polizei und Gerichte. Am gleichen Tag legte der UN-Sonderberichterstatter zu Rassismus, Githu Muigai, im UN-Menschenrechtsrat in Genf einen Bericht über seinen Besuch in Deutschland im Juni 2009 vor. Die Direktorin des Menschenrechts-Instituts, Beate Rudolf, verwies darauf, dass Rassismus in Deutschland oft mit rechtsextremer Ideologie und Gewalt gleichgesetzt und dadurch zu eng verstanden werde. Zu Recht sehe Muigai das als ein grundlegendes Problem an. Laut dem UN-Bericht Muigais erfahren Angehörige von Minderheiten in Deutschland im Alltag in vielen Lebensbereichen rassistische Diskriminierung. Daher brauche es mehr Anstrengungen gegen Rassismus in Deutschland und umfassende Strategien. Der Bericht enthält unter anderem Empfehlungen, die den Bereich der Bildung, des Arbeits- und des Wohnungsmarkts betreffen.

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