Jugend pflegt Kriegsgräber

Volksbund freut sich über ungebrochenes Interesse

Kassel (DT/dpa) Jugendliche in Deutschland interessieren sich nach Angaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge noch immer für die Pflege von Kriegsgräbern im Ausland. „Wer immer sich über die Jugend beklagt, wir können es nicht. Wir registrieren jedes Jahr Tausende junger Leute, die in ihren Ferien ins Ausland fahren und sich dort um Friedhöfe mit Kriegsgefallenen kümmern“, sagte Volksbundchef Reinhard Führer am Sonntag. Seit 1953 seien dies mehr als 200 000 Jugendliche gewesen und es seien nicht weniger geworden. „Da habe ich vor einer Generation, die eigentlich schon die der Urenkel ist, großen Respekt“, so Führer.

Die Kriegsgräberfürsorge bietet seit mehr als fünfzig Jahren Feriencamps für Schüler und Studenten in derzeit 14 Ländern Europas an. In den 63 „Workcamps“ pflegen die Teilnehmer 20 Stunden in der Woche Kriegsgräber oder erarbeiten Dokumentationen. „Das ist für uns eine sehr wichtige Hilfe. Aber trotzdem ist die Arbeit nur ein Nebenaspekt, weil es uns eigentlich um die Erfahrung für die jungen Menschen, die ganz selbstverständlich im Frieden aufgewachsen sind, geht“, sagte Führer. Wichtiger sei es, dass sich die Teilnehmer mit der Geschichte und dem Gastland auseinandersetzen. „Deshalb ist die Zusammenarbeit mit jungen Menschen aus dem anderen Land und die Begegnung mit Veteranen ein so wichtiger Bestandteil.“ Die meisten Workcamps vereinten Teilnehmer aus zwei oder mehreren Staaten.

Das Angebot für die zweiwöchigen Workcamps richtet sich nach Führers Worten an junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren. Die Selbstbeteiligung liege zwischen 100 und 600 Euro. Sieben Angebote richten sich in diesem Jahr auch an jüngere Teilnehmer von 13 und 14 Jahren. Hinzu kämen spezielle Angebote für Schulklassen und Gruppen in Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten, die der Volksbund in Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Deutschland (Insel Usedom) eingerichtet habe.

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