Bischof-Janssen-Straße in Hildesheim bleibt

Hannover (DT/KNA) Die Bischof-Janssen-Straße in Hildesheim wird in absehbarer Zeit keinen neuen Namen bekommen. Der Ortsrat Stadtmitte lehnte eine Umbenennung parteiübergreifend ab, weil die Politiker die Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Bischof für nicht zweifelsfrei bewiesen halten, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ am Freitag berichtet. Der 1988 verstorbene Janssen war von 1957 bis 1982 katholischer Bischof von Hildesheim. Ihm wird vorgeworfen, in seinen ersten Amtsjahren als Bischof einen Jungen sexuell missbraucht zu haben. „Wenn sich weitere Geschädigte melden, müssten wir das natürlich neu beurteilen“, sagte Ortsbürgermeister Volker Hehenkamp laut Zeitung. Der CDU-Vertreter sowie die Grünen warben darum, dass sich das Missbrauchsopfer einem Glaubwürdigkeitsgutachten stelle. Das sei jedoch nur freiwillig möglich. Das Bistum Hildesheim hatte am Donnerstag angekündigt, seinen Umgang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren Bischof durch ein unabhängiges Rechtsanwaltsbüro überprüfen zu lassen. Laut „Spiegel“ gab der Betroffene an, der Bischof habe ihn als Dom-Messdiener regelmäßig durch Masturbation, Oral- und Analverkehr missbraucht. Das Bistum stufte die Vorwürfe als „plausibel“ ein und zahlte dem Mann als „pastorale Anerkennung des Leids“ 10 000 Euro. Dies bedeute aber „keine Bestätigung der Tatabläufe“, so die Diözese.

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