Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Theo Zwanziger (Foto: dpa), ehemaliger Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), mahnt zum Abschluss der Fußball-WM zu einer ehrlichen Analyse von Missständen. „Mir ist wichtig, dass wir jetzt nicht die Augen verschließen und sagen: ,Es ist alles wunderbar‘“, sagte er. Stattdessen gehe es darum, dass die Verantwortlichen ihre Lehren zögen aus den Protesten gegen den Weltfußballverband FIFA und das soziale Ungleichgewicht in Brasilien.

Auf Vorschlag der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) geht der diesjährige Weimarer Menschenrechtspreis an zwei syrische Bischöfe. Die Auszeichnung ehrt den Einsatz von Mor Gregorius Yohanna (syrisch-othodoxe Kirche) und Boulos Yazigi (griechisch-orthodoxe Kirche) in Aleppo als Vermittler, Botschafter und Kämpfer für Menschenrechte im anhaltenden syrischen Bürgerkrieg. Beide riefen immer wieder zur Versöhnung, Vergebung und zum Dialog auf und versuchten, Wege zur Beendigung der Gewalt und zur Wahrung der nationalen Einheit Syriens durch Pluralismus und Toleranz aufzuzeigen. Die diesjährige Entscheidung auf Initiative der GfbV ist von besonderer Bedeutung, da beide Preisträger am 22. April 2013 entführt worden sind. Bislang fehlt von den Geistlichen jede Spur. Mit dem Ziel, die Freilassung eines entführten Priesters bei Verhandlungen in Al Mansura zu bewirken, traten sie eine verhängnisvolle Reise an – nahe Aleppo gerieten sie in einen Hinterhalt und wurden selbst gekidnapped. Ihr Fahrer, ein Diakon, wurde bei der Entführung getötet. Seither gab es kein Lebenszeichen mehr von den beiden Menschenrechtlern. Der mit 2 500 Euro dotierte Preis wird seit 1995 zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember verliehen.

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