Beim Namen genannt

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Der Kölner Weihbischof Heiner Koch (Foto: KNA) hat einen verstärkten Diskurs über Werte in Deutschland gefordert. Für den Zusammenhalt einer pluralen Gesellschaft brauche es dringend die intensive Auseinandersetzung der Religionen, Welt- und Lebensanschauungen über einen gemeinsamen Wertekanon, sagte er am Montag in Köln. In Deutschland und anderen Industrienationen gebe es derzeit eine moralische Krise, bei der Freiheit und Ordnung aus dem Gleichgewicht zu fallen drohten, sagte Koch zum Auftakt eines internationalen und interreligiösen Kongresses unter dem Titel „Wertedialog“ mit rund 130 christlichen, muslimischen und jüdischen Teilnehmern. „Was wertvoll ist, ist nicht mehr klar“, so Koch. Das habe sich etwa in der internationalen Finanzkrise gezeigt, die durch Gewinnstreben um jeden Preis ausgelöst worden sei und bei der der Wert des Geldes moralische Werte in den Hintergrund gedrängt habe. Weiter nannte der Weihbischof den Umgang mit dem Wert des menschlichen Lebens etwa in der Diskussion um die Stammzellforschung. Zugleich warnte Koch vor einer falschen Liberalität in der Gesellschaft, bei der es jedem freigestellt sei, sich sein eigenes Wertegerüst zu schaffen. Der wertebewusst lebende Mensch müsse sich seiner Geschichte bewusst sein, sagte der Weihbischof.

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