Archivare der Fantasie malen Bilder über Liebe und Hoffnung

Die Guardini Stiftung in Berlin präsentiert ein Kunstprojekt von Schülern

Berlin (DT/KNA) Aktenordner reiht sich an Aktenordner, mal mit gelbem, mal mit rotem, mal mit grünem oder blauen Rücken. 600 Stehordner sind es insgesamt. Sie enthalten Arbeiten von Schülern der Katholischen Schule Salvator in Berlin-Waidmannslust, die sich mit Themen wie Angst, Erinnerung, Traum, Hoffnung, Liebe und Überfluss auseinandersetzten. Sie konnten zwischen verschiedenen Kunsttechniken wählen. Einzige Bedingung: Die Schüler mussten im DIN-A4 Format arbeiten – schließlich sollten die Werke abgeheftet werden. In der Guardini Galerie in Berlin-Kreuzberg werden die Ergebnisse der Mittel- und Oberstufenschüler ab Mittwoch präsentiert.

„Archiv der Fantasie“ heißt die Ausstellung. „Die Schüler durften sich kreativ austoben“, meint Matthias Stuchtey, Kunstlehrer der Schule und einer der Initiatoren des Projekts. „Jeder konnte seinen eigenen Gedanken nachgehen.“ Viele Schüler hätten während des auf ein Schulhalbjahr angelegten Projekts auch am Wochenende an ihren Bildern gearbeitet. Natürlich habe es auch „Hemmungen und Blockaden“ gegeben, räumt Stuchtey ein. Dann halfen die vier beteiligten Kunstlehrer bei der Entwicklung von Ideen.

Im Laufe der Monate entstand bei allen Schülern ein mehr oder minder dicker Aktenordner. Viele seien überrascht gewesen, welche Möglichkeiten und Bilder in ihnen steckten, berichtet Stuchtey. Der 19-jährige Sven Ulrich kann das nur bestätigen. „Ich war anfangs schon sehr skeptisch“, gesteht Ulrich. Aber dann habe er die Freiheit zu schätzen gelernt, seine Gedanken beliebig zum Ausdruck zu bringen.

Franziska Ulrich, 18 Jahre alt, ist ebenfalls begeistert. Ob Collage, Porträtzeichnung oder kleines Gemälde, „alles, was einem eingefallen ist, konnten wir umsetzen, mit verschiedenen Techniken kombinieren“. Und der gleichaltrige Felix Steinhoff ergänzt: „Es war wie ein großes Brainstorming!“

Die Besucher der Ausstellung können sich in den nächsten Tagen ihr eigenes Bild machen und beliebig in den Ordnern blättern. Ganz bewusst will das Projekt auch ihre Fantasie anregen. Ein Testlauf in der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel war überaus erfolgreich, die Spuren an den Ordnern zeugen vom eifrigen Gebrauch.

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