Vatikan: Schluss mit den negativen Assoziationen

Papst Franziskus will es so: Vatikanisches

Geheimarchiv heißt künftig „Apostolisches Archiv“

Vatikanstadt (KNA/DT) Auf Wunsch von Papst Franziskus wird das „Vatikanische Geheimarchiv“ in „Vatikanisches Apostolisches Archiv“ umbenannt. Der bisherige Name sei oft falsch verstanden worden und habe teils negative Assoziationen hervorgerufen, heißt es in einem entsprechenden Papsterlass. Der Vatikan veröffentlichte das sogenannte Motu proprio „L'esperienza storica“ (Die geschichtliche Erfahrung) am Montag. An Struktur und Beschaffenheit des Archivs ändert sich demnach nichts. Die ursprüngliche lateinische Bezeichnung „secretum“ sei ein Verweis auf die Privatbibliothek der Päpste gewesen. Dies sei heute aber vielen Menschen nicht mehr bewusst. Auch in einigen bedeutsamen Institutionen habe sich das Vorurteil verbreitet, es gehe um Verborgenes, zu dem nur wenigen Zugang gewährt werde. Beim Vatikan-Archiv sei aber das Gegenteil der Fall, so Franziskus. Er verweist auch auf die von ihm verfügte Öffnung der Archive zur Amtszeit Pius' XII. (1939–1958). Die entsprechenden Dokumente sollen am 2. März 2020 für die Forschung zugänglich gemacht werden. Der neue Name betone die enge Verbindung des Heiligen Stuhls mit dem Archiv, heißt es in dem Erlass. Das Vatikan-Archiv gilt als eines der größten und bedeutendsten weltweit. Es umfasst rund 85 Regalkilometer Dokumente aus fast allen Kulturkreisen der Welt. Das historische Archiv der Päpste hieß zunächst „Archivum Novum“ (neues Archiv) und später „Archivum Apostolicum“ (Apostolisches Archiv). Der Name „Archivum Secretum“ (Geheimarchiv) entstand um das Jahr 1646.