Würzburg

Glosse: Ende des Gesprächs

Reden ist Silber.

Schweigen trotz Fragen
Kein Wort mehr von mir. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Kennen Sie diese Situation, dass Ihnen Familienmitglieder, Freunde oder wildfremde Menschen mit Fragen zu nahe treten, sodass Sie ernsthaft überlegen, ob Sie das Gespräch weiter fortsetzen möchten? Wenn ja, interessiert Sie vielleicht ein neuer Kommunikationstrend in der politischen Sphäre: das abrupte Beenden eines Gesprächs! Der AfD-Politiker Björn Höcke hat es neulich beim ZDF-Interview vorgemacht, war allerdings selbst nicht Manns genug, den Reporter von alleine anzublaffen. Das musste der Pressereferent tun. Ex-Bundeskanzler Gerhard „Basta“ Schröder hat damit weniger Probleme. Als der Sender RTL den SPD-Haudegen nun zur Schmerzensgeld-Klage des Ex-Mannes von Schröders neuer, fünfter Ehefrau Soyeon Schröder-Kim ansprechen wollte, beendete der 75-Jährige das Gespräch stante pede mit einem markigen Kommentar: „Jetzt ist Schluss!“ Das wird wohl auch der britische Premier Boris Johnson gedacht haben, als er nach dem ergebnislosen Gespräch mit dem scheidenden EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker auf eine Pressekonferenz mit Luxemburgs Premier Xavier Bettel verzichtete. Woher dieser neue Macho-Trend kommt? Aus dem Weißen Haus? Aus dem Vatikan? Verschonen Sie mich bitte mit solchen Fragen!