Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Der Sänger Axel Bosse (Foto: dpa) schreibt Liedtexte, die als tiefgründig und persönlich gelten. 2013 hat er mit seinem Album „Kraniche“ den Sprung in die erste Liga der deutschsprachigen Musiker geschafft. Am 12. Februar kommt sein neues Werk „Engtanz“ in die Läden. Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Bosse, dass es „eine gute Sache“ sei, „sich hier und da mal rauszunehmen“. Doch die Menschen würden sich bei der Idee oft verkrampfen: „Sie denken, dass beispielsweise durch einen langen Urlaub alles wieder gut wird und sie ihr Glück finden. Ich glaube aber, dass der Mensch keine Chance hat, glücklich zu werden, wenn er mit sich selbst im Unreinen ist.“ Bosse meint, man könne nur gut zu anderen sein, wenn man sich auch selbst gut fühle. „Das heißt aber, dass man bei sich selbst aufräumen muss.“ Gott sei dabei „auf jeden Fall eine Option“. Generell fände er den religiösen Ansatz sehr gut, wenn jemand Hilfe brauche, um wieder einen Sinn im Leben zu finden. „Im Endeffekt geht es aber darum, dass man jemanden hat, mit dem man sprechen kann. Ob das jetzt ein Freund oder Gott ist, ist aus meiner Sicht erst einmal egal.“ Er sei der Meinung, dass es nicht den geraden Weg gibt und man Umwege nehmen muss – am Ende aber alles gut würde: „Wir sollten alle viel positiver denken.“ Im Sommer habe er sich regelmäßig einen Tag in der Woche Zeit genommen, an das LaGeSo nach Berlin zu fahren, um Flüchtlingen zu helfen. „Es hat lange gedauert, bis die Hilfe dort wirklich gut organisiert war. Wenn die vielen Freiwilligen aber nicht gewesen wären, wäre dort noch mehr schiefgelaufen. Dort konnte ich mich davon überzeugen, dass es viele Menschen gibt, die nicht nur an sich denken.“