Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Raif Badawi (Foto: AI), ein islamkritischer Blogger, hat am Freitag in Saudi-Arabien nach Angaben von Menschenrechtlern die zweiten 50 von insgesamt 1 000 Peitschenhieben wegen angeblicher Beleidigung des Islam erhalten. Das Urteil gegen ihn sei schon vor einer Woche mit den ersten 50 Hieben in der Hafenstadt Dschidda öffentlich vor einer Moschee vollstreckt worden, hatte die Organisation Amnesty International (AI) unter Berufung auf Augenzeugen berichtet. Der Blogger sei nach dem Freitagsgebet an Händen und Füßen gefesselt auf einen öffentlichen Platz geführt worden. Die 50 Peitschenhiebe habe er vor Zuschauern innerhalb von rund 15 Minuten erhalten, hieß es. Badawi soll fortan über einen Zeitraum von 20 Wochen jeden Freitag 50 weitere Hiebe erhalten. Er war im Mai zu insgesamt 1 000 Peitschenhieben verurteilt worden, weil er den Islam beleidigt haben soll. Badawi wurde zudem zu zehn Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von einer Million saudischen Rial (rund 191 000 Euro) verurteilt. Der 30-jährige Aktivist ist bereits seit Mitte 2012 in Haft. Ihr Mann leide unter starken Schmerzen, zitierte die Zeitung „Ensaf Haidar“ die Ehefrau des Bloggers. Seine Webseite „Liberal Saudi Network“ wurde geschlossen. Darauf hatte er immer wieder die Religionspolizei für ihr hartes Durchgreifen kritisiert. Badawi habe „sich nichts anderes zuschulden kommen lassen als es gewagt zu haben, ein öffentliches Forum für Debatten zu schaffen“, heißt es von Amnesty International. Die Auspeitschung sei ein Verstoß gegen internationales Recht.