Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Papst Franziskus hat Israelis und Palästinenser eindringlich zu einer Verhandlungslösung für Jerusalem aufgerufen. In einem ausführlichen Interview der israelischen Zeitung „Jediot Ahronot“ vom Freitag sagte Papst Franziskus, aus Sicht des Heiligen Stuhls müsse Jerusalem als Stadt des Friedens und des Glaubens auch eine Stadt der drei großen Religionen sein. Eine politische Lösung für Jerusalem obliege den Verhandlungspartnern. Die Suche nach einer Lösung in „gutem Glauben und gegenseitigem Vertrauen“ sei „der einzige Weg zum Frieden“. Antisemitismus nannte der Papst eine Sünde. „In jedem Christen ist ein Jude, und wer seine jüdischen Wurzeln nicht anerkennt, kann kein wahrer Christ sein“, so Franziskus wörtlich. Seine Aufgabe als Papst sei auch, die christliche Welt an ihre jüdischen Wurzeln zu erinnern. Die „untrennbare Verbindung zwischen beiden Religionen“ müsse auch der interreligiöse Dialog hervorheben. Antisemitismus sei indessen „ein sehr komplexes Problem“, das auch eine politische Dimension habe. Seinen Besuch in Israel, den Palästinensergebieten und Jordanien im Mai beschrieb Franziskus im Rückblick als „sehr emotional“. Zugleich sprach er von einem „mörderisch“ dichten Programm. Er habe den Besuch in der Region nicht langfristig geplant; er habe sich aber verpflichtet gefühlt, der Einladung des damaligen israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres vor dessen Ausscheiden aus dem Amt nachzukommen.