Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda und Präsident der internationalen katholischen Friedensbewegung „pax christi“ (Foto: dpa), hat anlässlich der geplanten Verlängerung des Bundeswehrmandats für Afghanistan am Montag eine Stellungnahme von Seiten des Parlaments und der Regierung gefordert. „Wann beendet die Bundesregierung ihren militärischen Einsatz in Afghanistan definitiv?“ Die internationalen Truppen hätten die Gewalt in Afghanistan nicht gestoppt, sondern eher zur Eskalation beigetragen. Er ermutige deshalb „die Bundesregierung, angesichts von Gewalt und Krieg in Afghanistan, der auch unter den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr Opfer gekostet hat und nicht wenige mit einem irreparablen Trauma zurückkehren lässt, das Scheitern des Militäreinsatzes zu bekennen und auf den Weg der zivilen Konfliktlösung zu vertrauen, der neue Perspektiven“ in der Außenpolitik eröffnen würde. Darüber hinaus forderte Algermissen eine ernsthafte Debatte, die „dieser tragischen Verstrickung angemessen ist“ und warf kritische Fragen bezüglich des Afghanistaneinsatzes auf. So seien etwa in den letzten Jahren von Afghaninnen und Afghanen selbst Friedenspläne erarbeitet worden, die das Schweigen der Waffen und ein selbstbestimmtes Afghanistan zum Ziel hätten. „Was tut die Bundesregierung zur Förderung dieser afghanischen Initiativen?“ Außerdem müsse die Bundesregierung erklären, in welchem Verhältnis eigene wirtschaftliche und geostrategische Interessen einerseits und die politische sowie wirtschaftliche Unterstützung des afghanischen Staats andererseits stehen.