Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Anne Frank, von Nationalsozialisten ermordetes jüdisches Mädchen (Foto: dpa) und Autorin des berühmten „Tagebuchs“, soll von der Mormonenkirche posthum getauft worden sein. Die US-Zeitung „Huffington Post“ berief sich in einer entsprechenden Meldung am Dienstagabend (Ortszeit) auf Informationen der ehemaligen Mormonin Helen Radkey und einen Auszug aus dem Taufregister der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzen Tage“. Demnach wurde die symbolische Taufe Anne Franks am vergangenen Samstag in einem Mormonentempel in der Dominikanischen Republik vollzogen. Anne Frank, aus Frankfurt stammende Tochter jüdischer Eltern, floh mit ihrer Familie 1934 vor den Nationalsozialisten in die Niederlande. Nach dem Verrat ihres Verstecks in Amsterdam wurde sie 1945 im Alter von erst 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet. Ihr Tagebuch ist eines der bekanntesten Dokumente der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Erst vor wenigen Tagen hatte die stellvertretende Taufe von Angehörigen des jüdischen Nazi-Jägers Simon Wiesenthal (1908–2005) für Schlagzeilen gesorgt. Die Mormonen entschuldigten sich offiziell für den Vorgang. Nach Informationen war auch der Schoah-Überlebende und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel von der Mormonenkirche für eine Taufe nach seinem Tod vorgemerkt. Wiesel erklärte vergangene Woche in einem Interview, ein Führungsmitglied der Kirche habe sich bei ihm telefonisch entschuldigt und erklärt, weitere Namen seien für eine Taufe gesperrt worden.