Beim Namen genannt

Klaus Hurrelmann, Bielefelder Jugendforscher, hat vor dem Hintergrund immer jüngerer Studieneinsteiger eine Debatte über die Grenze zur Volljährigkeit gefordert. „Die Verjüngung der Studienanfänger spiegelt die allgemeine Veränderung der Lebensphase Jugend wider“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Montag. Infolge der verkürzten Schulzeit und immer früherer Einschulungen müssen sich Hochschulen auf deutlich mehr Studieneinsteiger unter 18 Jahren einstellen. Die Pubertät habe sich auf durchschnittlich das zwölfte Lebensjahr nach vorne verlagert, so Hurrelmann. Damit erfolge auch die soziale und intellektuelle Entwicklung immer früher. „Der Begriff der Minderjährigkeit ist da ziemlich künstlich“, sagte der Leiter der jüngsten Shell-Jugendstudie. Wie beim Wahlrecht erwarte er eine öffentliche Diskussion, ob junge Leute nicht schon mit 16 Jahren rechtsfähig sein sollten. Hurrelmann riet den Hochschulen, sich hier an Erfahrungen des Auslands zu orientieren. In den USA etwa gebe es eigene Studentenwohnheime für Anfänger sowie durchdachte Einführungen mit Tipps zu Studium und allgemeiner Lebensführung. „Hochschulen, die damit jetzt anfangen, werden sich einen Marktvorteil für die Zukunft verschaffen“, sagte der Wissenschaftler.

Philipp MIßfelder, CDU-Bundestagsabgeordneter und Chef der Jungen Union, hält die Rente mit 67 nur für einen ersten Schritt. „Ich glaube, die Geburtsjahrgänge ab 1975 werden sich auf die Rente mit 70 einstellen müssen“, sagte er der „Rheinischen Post“ am vergangenen Samstag. Die Junge Union vertrete diese Position bereits seit Jahren, so Mißfelder: „Das Problem hat sich verschärft.“