Berlin

Ein Jugendtraum wird in hohem Alter wahr

„Edie – Für Träume ist es nie zu spät“ erzählt vom Gipfelsturm einer 83-Jährigen, aber auch von einer Freundschaft unter sehr verschiedenen Menschen. Von José García

„Edie – Für Träume ist es nie zu spät“
Mit 83 Jahren will sich Edie (Sheila Hancock) endlich einen Jugendtraum erfüllen: Den berühmt-berüchtigten Mont Suilven in den schottischen Highlands erklimmen. Dafür engagiert sie den jungen Jonny (Kevin Guthrie) als Bergführer. Foto: Cape Wrath Films

Jahrzehntelang hat die nun 83-jährige Edie (Sheila Hancock) ihren seit einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzenden Mann gepflegt. Als dieser plötzlich stirbt, und ihre Tochter Nancy (Wendy Morgan) die alte Dame in ein Altersheim abschieben will, beschließt Edie, sich einen fast vergessenen Traum zu erfüllen: Endlich den Berg Suilven in den schottischen Highlands zu erklimmen. Ihr Vater wollte zwar immer mit ihr auf den Berg. Vor Edies Hochzeit kam es nicht mehr dazu, und später erlaubte es ihr verstorbener Ehemann nicht.

Mit dem jungen Mann als Bergführer auf den Gipfel des Suilven

Mit ihrer ebenfalls in die Jahre gekommenen Wanderausrüstung fährt Edie nach Schottland. Dort wird sie von einem jungen Mann fast umgerannt, der in aller Eile seine Freundin zum Zug bringen möchte. Jonny (Kevin Guthrie) will es irgendwie wiedergutmachen, und bietet Edie Obdach für eine Nacht an. Am nächsten Morgen stellt sie fest, dass Jonny in dem Städtchen ein Klettergeschäft betreibt. Dort bekommt sie nicht nur die richtige Ausrüstung. Für ein üppiges Honorar erklärt sich der junge Mann bereit, als ihr Bergführer Edie auf den Gipfel des berüchtigten Suilven zu bringen.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film

Die Handlung von „Edie – Für Träume ist es nie zu spät“ erinnert an den Spielfilm „Picknick mit Bären“, in dem sich ein alternder Reiseschriftsteller auf eine lange Wanderung aufmachte. Abgesehen von der im deutschen Verleihtitel angesprochenen Haupthandlung konzentriert sich der Film von Elizabeth O’Halloran (Drehbuch) und Simon Hunter (Regie) auf die Freundschaft zwischen auf den ersten Blick gegensätzlichen Menschen.

Edie und Jonny haben mehr Gemeinsamkeiten, als sie zugeben möchten

Allerdings haben Edie und Jonny mehr Gemeinsamkeiten, als sie zugeben möchten: Sie musste lange ihre Wünsche zurückstecken, er wird von seiner dominanten Freundin ebenfalls fremdbestimmt. Gerät die äußere, von einem schwülstigen Soundtrack unterlegte Handlung eher vorhersehbar, so gehört die Entwicklung dieser Freundschaft zu den Stärken des Films. Dazu zählen darüber hinaus die von der Kamera immer wieder eingefangenen Bilder einer atemberaubend schönen Landschaft.

DT

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