Internationale Zeitschriftenschau am 14. März 2019

Männlichkeit in der Sicht der französischen Frauen

Am Internationalen Frauentag waren die deutschen Medien übervoll von einmütigen Stellungnahmen. Im Mittelpunkt stand stets die Frau, ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein und ihre Unabhängigkeit von einem männlichen Gegenüber sowie allerlei politische Forderungen, ihr in Beruf und Öffentlichkeit noch mehr Gehör zu verschaffen. Der Mann kam indes nur als gegnerischer Widerpart vor. Ganz anders präsentiert sich das Titelthema von Famille Chrétienne: Hier wurde der Spieß umgedreht und Frauen befragt, die ihre Sicht auf den Mann und die Männlichkeit im Allgemeinen in positiver Hinsicht kundtaten: Französische Schriftstellerinnen und Journalistinnen sehen im Mann eine notwendige Ergänzung ihrer eigenen Weiblichkeit. Jacqueline Kelen beruft sich auf die Antike, auf Griechen und Römer, für die ein enger Zusammenhang zwischen einer männlichen Person (lateinisch: vir) und der Tugend der Stärke ((virtus), der Tapferkeit und der Standhaftigkeit besteht: „Die Virilität, die Stärke des Mannes mit Gewalt gleichzusetzen, wie es bestimmte Feministinnen tun, ist katastrophal widersinnig. Die Tugend der Stärke ist ja gerade die Selbstbeherrschung, die gegen die gewalttätigen Instinkte und Leidenschaften eine Mauer errichtet. Allen Helden (Odysseus, Lanzelot, Don Quichotte) wohnt diese Stärke inne, was nicht bedeutet, dass sie sich für unverwüstlich halten. Es sind Menschen mit ihren eigenen Leiden und Schwächen.“ Ihr männliches Ideal ist das des Ritters: „Als Erbe der abendländischen Tradition des Mittelalters, die höfische Liebe, den Minnedienst, mit dem christlichen Lob auf das Rittertum zusammenbringt, besitzt der Ritter ein Gefühl für die Ehre, für das Hinauswachsen über sich selbst, das bis zum Opfer geht – alles Eigenschaften, die heutzutage ein wenig veraltet scheinen. Der Ritter verteidigt im Namen einer höheren Gerechtigkeit den Schwachen und korrigiert Ungerechtigkeiten.“ „Warum brauchen die Frauen die Männer?“, fragt Eugénie Bastié. In Zeiten, in denen Männer eher als „toxisch“ denn als nützlich betrachtet werden, scheine dies eine verrückte Frage zu sein. Dennoch sei es im 21. Jahrhundert eine Schlüsselfrage: „Die Virilität wird in der Kultur überall dekonstruiert.“ Bastié glaubt, dass es unerlässlich sei, dem Unterschied der Geschlechter seine Bedeutung zurückzugeben. Vor allem solle die Ehre als männliche Tugend rehabilitiert werden: „Dabei geht es um das Empfinden dafür, für seine Handlungen Rechenschaft ablegen zu müssen und für sie verantwortlich zu sein.“ Die echte Ehre, so die 27-Jährige weiter, habe jedoch weder etwas zu tun mit „dem Stolz brutaler Kerle, der von Schwachen verlangt, beim Vorbeigehen die Augen zu senken, noch mit ihrer rachsüchtigen und barbarischen Grobheit. Die Ehre ist kein Wettkampf des Testosterons.“ Es gehe dabei vielmehr darum, „ein Risiko auf sich zu nehmen, sich der Gefahr auszusetzen und über sein unmittelbares Interesse hinauszuwachsen. Die Ehre der Männer beschützt die Freiheit der Frauen.“ Diese positive Lesart der

Männlichkeit gelte es zu kultivieren.

Was impfkritische Eltern erwartet

Das erste erwachsene Kind sogenannter „impfkritischer Eltern“ ist wütend, nachdem es sich als 30-jähriger Mann erstmals mit dem Masernvirus infizierte und schwer erkrankte, wie The New Zealand Herald berichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Joshua Nerius aus Chicago keine Ahnung davon, dass er nicht geimpft war. Er sagte der Zeitung, es gebe für heutige Eltern „keine Entschuldigung“ dafür, ihre Kinder nicht impfen zu lassen. Der Software-Produktmanager erzählte, wie die vermeidbare Krankheit sich monatelang über seinen Körper verheerend auswirkte und er so schwach wurde, dass er nicht mehr alleine laufen konnte. Angesteckt hatte er sich bei einer Studienabschlussfeier seiner Schwester, bei der einer der Teilnehmer sich außerhalb der USA mit der Krankheit infiziert hatte. Masern sind so ansteckend, dass sie aus einigen Metern Entfernung von einer infizierten Person – sogar, wenn diese selbst noch keine Symptome zeigt – übertragen werden können. Seinen Eltern gibt er aber keine Schuld: „In den achtziger Jahren waren sie Anhänger der alternativen Medizin, und damals gab es noch kein Internet, wo sie die Lügen, die man ihnen erzählte, überprüfen konnten.“ Heute sei dies jedoch anders, denn es wurde immer wieder bewiesen, wie gefährlich ein „Nicht-Impfen“ sein kann: „Die Wissenschaft hat das geklärt. Wenn ich sehe, dass es heute Menschen gibt, die vorsätzlich entscheiden, die Fakten zu ignorieren, dann frustriert mich das wirklich“, sagte er. Die Washington Post berichtet von weiteren nicht geimpften Teenagern: „Diese Generation ungeimpfter Kinder, die langsam erwachsen werden, schaut sich die wissenschaftlichen Ergebnisse an und will sich selbst schützen“, wie ein Impf-Experte äußerte. Dieser Wandel findet inzwischen – genau wie die Verbreitung der Impfängste – online statt. Auf der Online-Plattform Reddit postete Ethan Lindenberger: „Meine Eltern sind irgendwie dumm. Sie glauben, dass Impfstoffe eine Art Verschwörung der Regierung seien. Nur Gott weiß, wie ich noch am Leben bin“, und entfachte damit einen Sturm der Zustimmung. Lindenbergers Post erhielt 1 200 Kommentare, in denen unter anderem drei weitere Teenager Ähnliches berichteten. Er musste warten, bis er 18 Jahre alt war, um sich selbst gegen alle möglichen Krankheiten impfen zu lassen, da dies Minderjährigen ohne Erlaubnis der Eltern verboten ist. Sorgen macht er sich nun um seine Geschwister, vor allem um seine zweijährige Schwester: „Es bricht mir das Herz, dass sie Masern bekommen und daran sterben könnte.“ Neben den medizinischen Kontraindikationen einer Impfung haben die meisten Bundesstaaten der USA in der letzten Zeit diese Ausnahmeregelungen auch auf nichtmedizinische Gründe ausgeweitet – aus religiösen sowie aus persönlichen Glaubensüberzeugungen, Tendenz steigend. In Europa hat sich die Zahl der gemeldeten Masernfälle 2018 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Laut WHO sei eine Impfung die effektivste und kostengünstigste Maßnahme zur Vermeidung der Krankheit.

Der Rechtsstreit um Fulton Sheen

Dem Catholic Herald zufolge entschied ein New Yorker Berufungsgericht einstimmig, dass die sterblichen Überreste von Erzbischof Fulton Sheen (1895–1979) aus der Erzdiözese New York in seine Heimatstadt Peoria im Staat Illinois überführt werden können. Damit wurde ein vier Jahre lang währender Rechtsstreit zugunsten der Heimatdiözese des hochpopulären Medienpredigers beendet. Die Diözese erklärte, dass nun die Endphase des 2002 offiziell begonnenen Seligsprechungsprozesses von Erzbischof Sheen eingeleitet werden könne. KS