Für die Menschenwürde

Regisseur Robert Minervini erhält den Fritz-Gerlich-Preises. Von José García

Doku über Gewalt in Amerika erhält katholischen Filmpreis
Szene aus dem Film "What you gonna do when the Worls's on Fire?" Foto: Octafilm

Im Rahmen des Münchner Filmfestes wurde am 1. Juli zum 8. Mal der „Fritz-Gerlich-Filmpreis für Menschenwürde und Zivilcourage“, der einzige deutsche katholische Filmpreis, verliehen. Kardinal Reinhard Marx überreichte den Preis in der Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz. Die Laudatio hielt die deutsche Regisseurin Emily Atef. Der Fritz-Gerlich-Preis zeichnet einen Spiel- oder Dokumentarfilm aus, der ein bereits publizistisch behandeltes Thema aufgreift.

Ausgezeichnet wurde der US-amerikanische Dokumentarfilm „What You Gonna Do When The World's On Fire?“ („Was wirst Du tun, wenn die Welt in Flammen steht?“) von Roberto Minervini. Eine sechsköpfige Jury aus Vertretern des Erzbischöflichen Ordinariats München und der Film- und Fernsehbranche sowie aus einem „Zeit“-Journalisten wählte ihn aus drei nominierten Filmen aus.

Roberto Minervini wollte ursprünglich einen Dokumentarfilm über die 1930er- Jahre-Musik in Louisiana drehen. Sehr bald konzentrierte er sich jedoch auf das Schicksal junger Afroamerikaner, die von Polizisten und dem Ku-Klux-Klan getötet wurden.

In seinem Schwarz-Weiß gedrehten Film blickt Minervini etwa auf die neue Black-Panther-Partei in New Orleans, die versucht, die Nachbarschaft für Protestaktionen zu mobilisieren. Eine seiner Protagonisten ist die Barbesitzerin Judy Hill, die durch ihre Erlebnisse für eine starke Position der Afroamerikaner in der Gesellschaft eintritt. Der 14-jährige Ronaldo bereitet seinen 9-jährigen Bruder Titus auf das Leben vor – inklusive Boxunterricht und Lektionen darüber, was es bedeutet, schwarz zu sein. Dazu führt der Regisseur aus: „Ich hoffe, dass dieser Film einen dringend benötigten Beitrag zur Diskussion über die aktuelle Notlage der Afroamerikaner leisten kann, die mehr denn je von diskriminierenden gesetzlichen Regelungen betroffen sind.“

Der von der Tellux-Beteiligungsgesellschaft mbH in München gestiftete Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und erinnert an den Münchener Publizisten Fritz Gerlich (geboren 1883), der am 30. Juni 1934 im KZ Dachau ermordet wurde. Fritz Gerlich, der Herausgeber der Zeitschrift „Der gerade Weg“ war, prangerte als katholischer Christ aus Gewissensgründen schon früh mit beispielhaftem Mut die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten an. Nach der „Machtergreifung“ wurde Fritz Gerlich als einer der ersten Angehörigen des intellektuell und religiös geprägten Widerstands im KZ Dachau ermordet.