Zinsen

Sparen muss sich lohnen 

Negativzinsen sind Geldvernichtung. Trotzdem sparen die Deutschen fleißig. Forderungen an die Politik, den Sparern aus der Zinsfalle zu helfen, werden laut.
Für schlechte Zeiten zu sparen, gehört zur deutschen DNA. 
Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa) | Immer etwas auf der hohen Kante haben, ist in unserem Land noch immer gefragt. Für schlechte Zeiten zu sparen, gehört zur deutschen DNA. 

Ob im Sparstrumpf oder auf der Bank, die Deutschen sind und bleiben ein Volk der Sparer. Egal ob Währungsreformen mit Geldvernichtung oder ausufernde Inflationsraten, nichts hat den Deutschen Michel bislang davon abgehalten, sein Geld zu horten. Für schlechte Zeiten etwas auf der hohen Kante zu haben, das gehört zur deutschen DNA. 

Sparen auf ein Ziel

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Wir sparen aber meist nicht um des Sparens willen, sondern weil wir uns von dem zurückgelegten Geld etwas leisten wollen. Eine schöne Urlaubsreise oder ein neues Auto nimmt der Sparer in den Blick, wenn er nicht gleich alles, was er einnimmt, ausgibt. Für den deutschen Bankkunden galt dabei immer das Prinzip: Sicherheit geht vor Rendite. Wenn man den Weg der alternativen Geldanlagen beschritt, reichte der Mut meist nur zu Bundesschatzbriefen.

Keine Zinsen mehr

Der Staat war damals also ein wichtiger Partner bei der Geldanlage, ein verlässlicher Schuldner und ein Garant dafür, sein Geld am Ende der Laufzeit verzinst zurückzuerhalten. Diese Zeiten sind vorbei. Nicht nur, weil seit 2012 keine Bundesschatzbriefe mehr ausgegeben werden. Durch die hoheitlichen Eingriffe der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Geldmarkt wird das angesparte Kapital nicht länger vermehrt, sondern geschmälert. Dort wo man früher mit Zinsen belohnt wurde, findet man auf dem Kontoauszug jetzt die Null.

Grundrecht der Sparer verletzt

Noch schlimmer: Bereits mehr als 300 Banken verlangen negative Zinsen für Sichtguthaben. So verliert das eingelagerte Geld im Jahr einen halben Prozentpunkt an Wert. Und dies ganz unabhängig davon, dass durch die Inflationsrate, die langsam ebenfalls wieder der vier Prozentmarke entgegenstrebt, das Kapital ohnehin schon geschmälert wird.   

Natürlich ist es erfreulich für die Wirtschaft und die Staaten, wenn man sich Geld für Investitionen zu einem niedrigen Zinssatz beschaffen kann. Auch der Häuslebauer profitiert davon. Die Zinspolitik der EZB und die daraus resultierenden Folgen verletzen allerdings das Grundrecht der Sparer, einen Nutzen aus ihrem Eigentum ziehen zu können. Deshalb ist die Bundesregierung gefordert, für die Sparer einen Weg aus der Zinsfalle zu eröffnen.   

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