Sinai: Christen sind in Sorge

Kairo (DT/KAP) Große Sorge über die möglichen Konsequenzen des mörderischen islamistischen Attentats auf eine Sufi-Moschee im nördlichen Sinai hat der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II., geäußert. In einem Interview im ägyptischen Fernsehen über den Anschlag, der mehr als 300 Todesopfer gefordert hat, sagte Theodoros II.: „Ich bin sehr beunruhigt. Vor einem Monat hatte ich die Ehre, den ägyptischen Präsidenten zu treffen. Wir haben über die Notwendigkeit der christlich-islamischen Brüderlichkeit gesprochen, und stehen jetzt vor dem Problem, dass der Sinai von Terroristen bedroht ist. Unsere Mönche im Katharinenkloster und die Verantwortlichen der Kirchen stehen vor der Frage: Was wird morgen geschehen?“, so Theodoros. Das frühchristliche Katharinenkloster am Fuß des Berges Sinais ist eine der Topdestinationen des internationalen Pilgertourismus. Obwohl es auf ägyptischem Territorium liegt, gehört es jurisdiktionell zum griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem.

Er sei zutiefst betrübt über das Attentat auf die Al-Rawdah-Moschee, sagte Theodoros: „Wir nähern uns schwierigen Zeiten. Ein Ereignis wird dem anderen folgen. Der ganze Nahe Osten ist bedroht.“ Mit dem Attentat sei eine „subkutane Krise“ zwischen den Sufis und den radikalen Salafisten an die Oberfläche gekommen. Die Moschee Al-Rawdah gilt als Geburtsort des Sufi-Predigers Scheich Eid al-Jariri, der den Sufismus auf der Sinai-Halbinsel ausgebreitet hat. Der Anschlag hatte weltweit Bestürzung und Verurteilung ausgelöst.

Auch der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. brachte den Schmerz über das Leid der Betroffenen und die Verurteilung des blutrünstigen Attentats zum Ausdruck. „Wir übermitteln den Familien der Getöteten unsere innige Anteilnahme und beten, dass Gott die Verletzten heilen möge“, schrieb er. Die Anrufung des Barmherzigen Gottes gelte aber auch der Befreiung Ägyptens von der Gewalt und vom brutalen Terrorismus. „Wir sind mit der Gesamtheit des ägyptischen Volkes und den staatlichen Institutionen in ihrem gerechten Krieg gegen den Terrorismus und die Gewalt im Namen der Religion solidarisch.“ Eine ähnliche Botschaft formulierte auch der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak.

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