Schachmatt durch die Dame im Spiel: So hatte es sich wohl Péter Magyar gedacht, als er am Sonntag seine Favoritin für das Amt der ungarischen Staatspräsidentin vorstellte. Die erfolgreichste Schachspielerin der Welt, Judit Polgár, sollte das höchste Amt im Staat übernehmen. Das war kein unwichtiger Zug im Machtspiel Magyars. Denn hätte er Polgár in das Budapester Palais Sándor schicken können, wäre ihm ein wichtiger Etappensieg im Kampf mit seinen politischen Gegnern geglückt. Der Streit um die Rolle des Präsidenten ist nämlich immer mehr zum Symbol dafür geworden, wie der neue Ministerpräsident nach dem Wahlsieg seiner Tisza-Partei und einer für ihn komfortablen Zweidrittelmehrheit im Parlament das System umbaut.
Polit-Schach in Budapest
Ministerpräsident Péter Magyar baut das politische System in Ungarn um. Seine Freunde nennen das Demokratisierung, seine Gegner warnen vor Autokratie.
