Großbritannien

„Mermaids“: Transgender-Organisation unter Druck

Die britische Transgender-Lobbygruppe „Mermaids“, die auf Kinder abzielt, trennt sich nach öffentlichen Protesten von einem Pädophilen-Versteher. Die staatliche Lotterie stoppt Zahlungen an den Verein.
Proteste gegen Rassismus - London
Foto: Dominic Lipinski (PA Wire) | In Sachen "Transgender" ist Großbritannien durch den Verein "Mermaids" großartig vernetzt. Jetzt wurde dem Verein allerdings die Unterstützung versagt.

In Großbritannien steigt der Druck auf die bekannteste Transgender-Organisation, die auf Kinder und Jugendliche abzielt. Der Verein „Mermaids“ (Meerjungfrauen) ist durch eine Reihe von Skandalen in die Defensive geraten. „Mermaids“ gilt in Großbritannien als eine der am besten vernetzten Transgender-Organisationen, die mit Schulen, dem Gesundheitsdienst NHS, Medien, Unternehmen und Sozialdiensten zusammenarbeitet und auch staatlich finanziell massiv gefördert wird. Jetzt sind aber Gelder gestoppt worden. Nach der Schließung der umstrittenen Tavistock-Klinik für Jugendliche des NHS in London sind ihre Probleme ein weiterer Rückschlag für die Transgender-Bewegung auf der Insel.

Verstrickt in Pädophilie

Zum PR-Gau für „Mermaids“ geriet, dass ein Kuratoriumsmitglied namens Jakob Breslow zurücktreten musste, nachdem die Zeitung „The Times“ aufgedeckt hatte, dass der LGBT-Aktivist und Sexualwissenschaftler vor Jahren auf einer amerikanischen Pädophilen-Konferenz eine Rede gehalten hatte. Eilig versuchte sich „Mermaids“ von Breslow zu distanzieren. Die Konferenz der Organisation „B4U-ACT“ stehe „komplett im Widerspruch“ zu ihren Werten.

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Der amerikanische Verein „B4U“ war 2003 von einem verurteilten pädophilen Sexualstraftäter gegründet worden und setzt sich bis heute dafür ein, dass Pädophile in der Gesellschaft besser angesehen werden. Breslow ist an der London School of Economics and Political Science als Assistenzprofessor für Gender und Sexualität angestellt. Kritiker wiesen darauf hin, dass er sich in seinen Schriften affirmativ zu Sex mit Kindern äußere. Davon will die Kinder-Genderorganisation „Mermaids“ nichts gewusst haben.

Doch keine 500 000 Pfund Unterstützung

Ein weiterer Schlag für „Mermaids“: Die Charity Commission prüft, ob der Verein als gemeinnützig anerkannt bleiben kann. Die staatliche Lotteriegesellschaft kündigte daraufhin an, dass sie eine Finanzierung von 500 000 Pfund für „Mermaids“ vorläufig stoppe. Die National Lottery hatte das Geld in Raten versprochen, um die Arbeit von „Mermaids“ zu unterstützen. Auslöser für die Untersuchung war ein Bericht des „Daily Telegraph“, wonach die Lobbygruppe sogenannte Brustbinder an Mädchen, die noch nicht  13 oder 14 Jahre waren,  verschickt habe, mit denen diese ihre Brüste platt drücken können. Sie sollen damit maskuliner wirken.

Laut dem Bericht vertreibt „Mermaids“ diese Binden auch hinter dem Rücken der Eltern. Die Brustbinder können aber gesundheitsschädlich sein. „Mermaids“ sprach nach dem Bericht von falschen Behauptungen und einer Schmutzkampagne. „Mermaids“ wurde 1995 gegründet. Seit 2016 ist Susie Green Direktorin des als gemeinnützig anerkannten Vereins. Green ist dafür bekannt, dass sie vor Jahren ihren Sohn, der sich als Transfrau identifiziert, im Alter von 16 Jahren nach Thailand brachte, wo ihm die Genitalien operativ entfernt wurden. Dies ist in Großbritannien bei Minderjährigen illegal, auch Thailand hat es inzwischen verboten.

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Claudia Hansen

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