Frankfurt

Massaker an Katholiken

Der Terror des Militärregimes in Myanmar eskaliert. Massenfestnahmen, Internierungen und zügellose Gewalt, sind an der Tagesordnung, betont die IGFM in einem Gastkommentar.
Papst Franziskus in Myanmar
Foto: Uncredited (L'Osservatore Romano) | Papst Franziskus 2017 mit Kardinal Charles Maung Bo in Myanmar. Der Kardinal kritisierte öffentlich die Herrschaft des Militärs und forderte die Wiederherstellung der Demokratie.

Das Militärregime von Myanmar führt grausam Krieg  gegen die eigene Bevölkerung. Der Terror des Regimes von General Min Aung Hlaing, eskaliert. Massenfestnahmen, Internierungen und zügellose Gewalt der sogenannten „Tatmadaw“ (Regierungstruppen) gegen „Verdächtige“ sind alltäglich. Jüngstes Beispiel ist ein Massaker an 35 Katholiken, das Heiligabend von Militärangehörigen verübt wurde. Die Opfer, darunter auch Kinder, waren unterwegs zu Festlichkeiten und wurden in ihren Fahrzeugen auf offener Straße erschossen und verbrannt.

Opfer sind Angehörige ethnischer Minderheiten

Die Gräueltaten ereigneten sich in der Provinz Kaya im Osten von Myanmar. Die Opfer sind Angehörige der ethnischen Minderheit der Karen, die gegenüber dem herrschenden Militär kritisch eingestellt sind. Viele Karen sind „ethnische Christen“ und damit eine potenzielle Gefahr für das Militärregime. Prominente Katholiken wie Kardinal Charles Maung Bo und die Ordensschwester Rose Nu Tawng kritisieren öffentlich die Herrschaft des Militärs und fordern die Wiederherstellung der Demokratie. Die Mehrheit der Bevölkerung von Myanmar sind Buddhisten. Aus Sicht des herrschenden Militärregimes stehen Gläubige anderer Religionen unter Generalverdacht des Terrorismus.

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Das bekommen nicht nur Christen zu spüren, besonders die Minderheit der muslimischen Rohingya wird immer wieder Opfer von Massakern, grausamer Vertreibung und Internierung. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und demokratische Staaten haben den UNO-Sicherheitsrat aufgerufen, dem Morden des Militärregimes Einhalt zu bieten. Die Täter der Tatmadaw und die Verantwortlichen müssen vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden. Doch international werden die Putschisten vor allem von China und Russland gestützt, sämtliche Bemühungen zur Verbesserung der Menschenrechtslage blieben daher bisher wirkungslos.


Der Autor ist Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

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