Wenn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen seiner Wahlkampfauftritte in Deutschland absolvierte, ging er gerne nach Köln. Das mag in erster Linie mit der zentralen Lage der Stadt und den großen türkischen Bevölkerungsanteilen an Rhein und Ruhr zusammenhängen, doch ein weiterer Grund dürfte sein, dass in Köln das vielleicht wichtigste Einflussorgan des türkischen Staates seinen deutschen Hauptsitz hat: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, auf Türkisch abgekürzt Ditib. Der Verband mit seinen rund 900 angeschlossenen Moscheevereinen und 1 200 hauptamtlichen Bediensteten hat seit Kurzem eine neue Spitze, doch die Erwartung, dass sich an der Politik der Ditib etwas ändert, ist gleich null.
„Lieber keinen Partner als einen falschen Partner"
Die Ditib hat einen neuen Leiter, er hält den türkischen Moscheeverband weiter auf Erdogan-Kurs. Viele Bundesländer setzen trotzdem weiter auf Zusammenarbeit. Liberale Muslime wie Seyran Ates sehen das kritisch.
