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Katholikentage sind Böckenförde-Tage

Der Freiraum in der Gesellschaft ist da. Laien müssen ihn nur so nutzen, dass sie noch als Katholiken erkennbar sind.
Katholikentag und Böckenförde-Diktum
Foto: IMAGO / epd | Die breite Öffentlichkeit hat Böckenförde besser verstanden als die deutschen Katholiken. Auch säkularisierte Zeitgenossen erkennen, welche Leistung darin liegt, den liberalen Staat mit einer anthropologischen Grundeinsicht zu versöhnen, die ihm eigentlich entgegensteht.

Katholikentage leben von Voraussetzungen, die sie selbst nicht garantieren können. Ernst-Wolfgang Böckenförde, 2019 im Alter von 88 Jahren gestorben, formulierte in den 60er-Jahren einen Satz, der bis heute immer dann zitiert wird, wenn es um das Verhältnis von Staat und Kirche geht: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Dass dieses Diktum des Staatsrechtlers gerade bei Katholikentagen Hochkonjunktur hat, ist nicht verwunderlich. Denn sowohl die Veranstalter als auch die Teilnehmer verstehen sich mit Blick auf diese Formel als eine Art Avantgarde: Sie sind es doch, die sich als engagierte Laien für das Gemeinwohl einsetzen. Und so für eine lebendige ...

Hinweis: Dieser Artikel ist vor Abschluss des Probeabos erschienen, weswegen er in diesem nicht enthalten ist.
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