München

Impfen, testen, Abstand halten

Im Einsatz in der vierten Welle: Der bayerische Landesgeschäftsführer der Malteser warnt in einem Gastbeitrag davor, dass dem Rettungsdienst angesichts der Corona-Zahlen bald eine ernsthafte Personalverknappung droht.
Coronavirus
Foto: Robert Michael (dpa-Zentralbild) | Zwei Mitarbeiterinnen eines mobilen Corona Schnelltestzentrums werten in einem Wohnmobil im Waldschlößchen Areal Spucktests aus.

Corona hält die Welt weiter fest in Atem. Nach einem fast normalen Sommer hat uns die vierte Welle auch in Bayern erfasst. In der Notfallvorsorge arbeiten wir Malteser an der Seite der bayerischen Staatsregierung bei der Bewältigung der Pandemie. Die akute Lage, die sich auf den Intensivstationen der Krankenhäuser am deutlichsten zeigt, hat enorme Auswirkungen auf unseren Rettungsdienst. Die Malteser sind hier in Bayern mit 44 Standorten und über 1.000 Mitarbeitenden aktiv.

Die Pandemie gemeinsam bekämpfen und eindämmen

Besondere Hygiene- und Desinfektionsvorgaben erschweren unsere Einsatzfahrten im Rettungsdienst. Darüber hinaus führt die Auslastung vieler Intensivstationen zu langen Anfahrtswegen, um Patienten in geeigneten Krankenhäusern unterzubringen. Gleichzeitig fallen aufgrund der Infektionszahlen vermehrt Mitarbeiter aus. Dem Rettungsdienst droht bei einer weiterhin so überproportionalen Entwicklung der Corona-Infektionen das Risiko einer ernsthaften Personalverknappung. In manchen Landkreisen transportieren wir schon heute mit ehrenamtlichen Katastrophenschutzeinheiten Patienten in Krankenhäuser, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

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Wir sollten gemeinsam die Pandemie bekämpfen und eindämmen. Wichtig ist ein umfangreiches Testen. Masken und Abstand verhindern, Infektionen weiterzugeben. Und mit Impfungen schützen wir uns und unsere Nächsten vor schweren Verläufen! Gerade in unserer Arbeit im Rettungsdienst sehen wir, dass schwere Krankheitsverläufe zu allermeist Menschen treffen, die keinen Impfschutz gegen Corona haben. Darunter leiden nicht nur die Betroffenen und deren Angehörigen, sondern alle Mitarbeitenden in den Krankenhäusern, im Rettungsdienst und in den medizinischen Berufen. Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir diese so bewegten Zeiten gut bewältigen und unbeschadet und mit Frieden im Herzen eine gesegnete Adventszeit erleben dürfen.

Der Autor ist Landesgeschäftsführer Bayern des Malteser Hilfsdienstes e.V.

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