Der Soziologe Hans Joas nannte Wolfgang Thierse zu dessen 80. Geburtstag einen „nicht-machiavellistischen Ausnahmepolitiker“. Der Katholik, 1943 in Breslau geboren, zählte zu den prägenden Persönlichkeiten der Wendezeit in der DDR. Zuvor parteilos trat Thierse im Oktober 1989 zunächst dem Neuen Forum bei. Anfang Januar 1990 wurde er Mitglied der neugegründeten Ost-SPD und schon bald deren Vorsitzender.
„Im ostdeutschen Minderheitskatholizismus bekam ich Selbstbewusstsein"
Der Mauerbau war für Wolfgang Thierse ein Schlüsselereignis. Der ehemalige Bundestagspräsident erzählt, warum er sich als „linken Konservativen“ sieht und was er über die SPD, politisch-korrekte Sprache und die Brandmauer-Debatte zur AfD denkt.
