Herr Zenz, Sie haben als Wissenschaftler die Öffentlichkeit über die Grausamkeiten der kommunistischen Führung Chinas gegenüber den Uiguren im Autonomen Gebiet Xinjiang wachgerüttelt. Was war Ihre Aufgabe? Meine frühere Forschungsarbeit beschäftigte sich mit den Tibetern, allerdings mit zunehmendem Fokus auf Regierungsdokumente zu Stellenausschreibungen. Als Anthropologe mit Chinesischkenntnissen habe ich immer gerne mit Zahlen und Statistiken gearbeitet. Meine Erkenntnisse, insbesondere mit Blick auf die Polizeikräfte, habe ich 2016 bei der Internationalen Tibet-Konferenz in Norwegen präsentiert. Dort empfahl mir ein Professor, meine Methode auch auf Xinjiang anzuwenden. Er verwies darauf, dass der damals neue Parteisekretär, Chen ...
„Ich wusste, dass die Regierung mir zum Feind werden würde"
Der Anthropologe und China-Forscher Adrian Zenz hat den „demografischen Genozid“ Chinas an den Uiguren aufgedeckt. Im Interview spricht er über ein grausames Unterdrückungssystem.
