Als er am Sonntagabend vor seine jubelnden Wahlanhänger trat, gab Gordon Schnieder erst einmal seiner Frau Diane einen Kuss und überreichte ihr dann einen Blumenstrauß. Was auf den ersten Blick wie eine völlig normale Geste wirkt, ist mittlerweile doch schon eine politische Botschaft. Zum Vergleich schaue man am gleichen Abend in die bayerische Landeshauptstadt München: Dort gab auch der Wahlsieger seinem Lebenspartner einen Kuss. Aber es waren hier nicht Ehemann und Ehefrau, sondern ein Mann und sein Verlobter: Der Grüne Dominik Krause, der sich selbst „Bürgaymeister“ nennt, hatte dort das Rathaus erobert. Nun wäre Schnieder wohl der Letzte, der diese beiden unterschiedlichen Formen der Wahlgratulation kulturkämpferisch ...
Gordon Schnieder, ein echter Biedermann
Der Wahlsieg des 50-jährigen Schnieder ist deswegen auch Ausdruck einer Sehnsucht nach Solidität und Normalität.
