Glosse: Es ist noch Wodka da

Von Stefan Rehder

Vier Teile Wodka, zwei Teile Kahlua und drei Teile Sahne. So mag der von Jeff Bridges in „The Big Lebowski“ meisterhaft verkörperte Hippie Jeffrey Lebowski den „White Russian“ am liebsten. Vier Teile, das ist – nicht bloß in der Fastenzeit – selbst für einen Cocktail ziemlich viel Wodka. Für Lebowski, den alle nur „den Dude“ nennen, ist es offenbar dennoch zu wenig. Denn in dem Kult-Film der Coen-Brüder trinkt er davon nicht einen oder zwei, sondern: acht! Wodka-Kette trinkt, wenn er im Geheimdienst ihrer Majestät den Finger nicht gerade am Abzug seiner Walther PPK hat, auch schon einmal James Bond. „Drei Teile Gordon's Gin, ein Teil Wodka, ein Schuss Kina Lillet – nicht einfach nur Wermut – geschüttelt, bis es eiskalt ist und mit einem großen, dünnen Streifen Zitronenschale serviert – sechs davon“, antwortet der Barkeeper in „Ein Quantum Trost“ auf die Frage des Geheimagenten, was er denn da trinke. Könnten alle am Glas, was „der Dude“ oder „007“ auf der Leinwand vermögen, ginge es Russland wohl bedeutend besser. Denn wie die russische Tageszeitung „Kommersant“ (dt.: „Geschäftsmann“) meldet, brachen im vergangenen Jahr die russischen Wodka-Exporte um satte 42 Prozent ein. Das ist nicht nur das niedrigste Niveau seit zehn Jahren, sondern auch mehr, als gewöhnlicher Wodka an Umdrehungen besitzt. Den stärksten Rückgang gab es übrigens bei den Ausfuhren in die Ukraine. Die Exporte dorthin gingen um ganze 70 Prozent zurück. Es ist also gar nicht schwer zu erraten, was Kreml-Chef Wladimir Putin dem antworten würde, der ihn fragte, welches Angebot Russland denn bei Friedensverhandlungen für Syrien oder den Donbass unterbreiten könnte. Vermutlich so etwas wie: „Frieden ist gerade ausverkauft. Aber Wodka hätten wir noch da.“ Stefan Rehder

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