Berlin

Ghadban: Deutsche Identität gebrochen

Der Islamwissenschaftler Ralf Ghadban sieht die Verleugnung einer eigenen Identität in der deutschen Gesellschaft als zentrales Hindernis für die Integration von Migranten. „Man kann sich nicht mit Menschen identifizieren, die sagen, sie hätten keine Identität. Warum sollten Zuwanderer dann deutsch werden, sich integrieren wollen? Das birgt für sie nur Nachteile“, sagte Ghadban am vergangenen Mittwoch der „Welt“. Migranten hielten die deutsche Selbstverleugnung für verachtenswert. „Selbstverständlich hat jeder Mensch eine Identität, und darauf darf man sogar stolz sein“, so Ghadban. In Deutschland herrsche derzeit die politische Ideologie des Multikulturalismus. „Unsere Kultur der Aufklärung wird relativiert und gleichgestellt mit anderen Kulturen. Das ist ein Widerspruch in sich“, betonte der 70-jährige Deutsch-Libanese. Vieles im Islam etwa sei in Deutschland „einfach strafbar“, etwa häusliche Gewalt und Polygamie. Fehlende deutsche Identität und eine übertriebene Milde der deutschen Justiz gegenüber kriminellen Ausländern macht Ghadban zudem für den Anstieg der Clankriminalität mitverantwortlich. Ghadban steht seit einem Interview mit dem libanesischen TV-Sender LBC über Clankriminalität in Deutschland unter Polizeischutz. Zuvor hatte er ein Buch dazu veröffentlicht.

DT/KNA

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