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Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft & Kultur
Archiv Inhalt 65 Jahre Mauerbau

Ein Staat mauert sich ein

Der Mauerbau beweist den verbrecherischen Charakter des SED-Regimes. Trotzdem gibt es bis heute nur eine unzureichende Erinnerungskultur an die Opfer. Das spiegelt sich auch in der Bewertung der Linkspartei wider.
Ein Blick durch Stacheldraht über die Mauer in den Ostteil von Berlin
Foto: United Archives / Erich Andres via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Deutschland im Jahr 1962: Ein Blick durch Stacheldraht über die Mauer in den Ostteil von Berlin.

Die Überschrift über einem Leitartikel am Tag danach: „Das große KZ“. „Aus dem Gefängnis Sowjetzone ist das große Konzentrationslager geworden“, schreibt am 14. August 1961 der Journalist Jens Feddersen. Diese Sätze, die heute 65 Jahre später auf viele Leser verstörend wirken mögen, weil hier ein zentraler Begriff aus dem NS-Unrechtsregime verwendet wird, um die zweite deutsche Diktatur in der DDR zu charakterisieren, entsprechen aber der Stimmungslage in der Bundesrepublik in den Tagen nach dem Beginn des Mauerbaus am 13. August.

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