Köln

Ditib will Dialog mit den Muslimbrüdern

Der Vorsitzende des deutsch-türkischen Moscheeverbandes Ditib hat Kontakte zur fundamentalistischen Muslimbruderschaft verteidigt.

Der Vorsitzende des deutsch-türkischen Moscheeverbandes Ditib hat Kontakte zur fundamentalistischen Muslimbruderschaft verteidigt. „Ich halte es für sinnvoll, den Dialog mit den Muslimbrüdern zu führen“, sagte Kazim Türkmen am vergangenen Mittwoch in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur in Köln. Das bedeute nicht, dass man deren Haltung akzeptiere, fügte der Ditib-Vorsitzende hinzu. „Aber derartige Gespräche können ja auch den Effekt haben, dass diese Gruppierungen sich näher an die eigene Position bewegen. Im vorliegenden Fall wäre das doch durchaus positiv.“ Anfang des Jahres hatten Vertreter der Muslimbruderschaft an einem europäischen Islamkongress in der Kölner Ditib-Zentrale teilgenommen. Die international vernetzte Muslimbruderschaft gilt als die einflussreichste und größte islamistische Organisation der Gegenwart; sie wird vom Verfassungschutz beobachtet.

Der Vorfall, der sich im Umfeld des Amtsantritts von Türkmen abspielte, sorgte überregional für Schlagzeilen. Es habe sich um eine theologische Konferenz gehandelt, betonte der Ditib-Vorsitzende. „Wir stehen bei solchen und anderen Gelegenheiten in Austausch mit sehr vielen verschiedenen Personen. Es gibt zum Beispiel internationale Einrichtungen wie Fatwa-Kommissionen, in denen die Muslimbrüder und andere sitzen. Man muss gerade auch mit denen reden, mit denen man unterschiedliche Ansichten hat.“ Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion ist der größte islamische Verband in Deutschland. Die Ditib vertritt nach eigenen Angaben mehr als 856 formell selbstständige Moscheevereine, deren religiöse, soziale und kulturelle Tätigkeiten sie koordiniert.

DT/KNA

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