Es ist ein deftiger Scherz, der da irgendwann auf den Fluren des CDU-Parteitages in Stuttgart von einem Beobachter zu hören ist: Ein bisschen erinnere das Ganze doch etwas an den chinesischen Volkskongress der Kommunistischen Partei. Das 91-Prozent-Ergebnis für den Vorsitzenden, die zehn Minuten stehenden Ovationen nach der Rede. Friedrich Merz also eine Art Xi Jinping aus dem Sauerland? Und dann auch noch die Huldigung der Ex-Kanzlerin durch die Delegierten gleich zu Beginn. Ein solcher Blick verkennt jedoch: Parteien haben ihre Rituale, die die Parteiseele streicheln. Von außen mögen sie anachronistisch, seltsam und zu selbstbezogen wirken.
Die Zweiheitspartei
Die CDU wollte immer Volkspartei sein und gleichzeitig das Spektrum rechts der Mitte repräsentieren. Geht beides noch zusammen? Der Stuttgarter Parteitag wirft Fragen auf.
