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Die großen Aufgaben der CDU

Die CDU muss eine Volkspartei sein, die das Spektrum rechts der Mitte abdeckt und sich weiter dem "C" verpflichtet. Ein Kommentar.
36. Parteitag der CDU
Foto: IMAGO/Bernd Elmenthaler (www.imago-images.de) | Die programmatische Selbstverpflichtung der CDU atmet den Geist der katholischen Soziallehre.

Drei große Herausforderungen stellen sich für die CDU: Sie muss als demokratische Partei das Spektrum Mitte-Rechts abdecken. Gleichzeitig hat sie immer noch den Anspruch, Volkspartei zu sein und die gesamte Breite der Bevölkerung abzubilden. Und dann verpflichtet sie das "C" in ihrem Namen, gesellschaftspolitisch im Sinne der christlichen Anthropologie Flagge zu zeigen.

Jede dieser Aufgaben ist für sich genommen schon groß, aber lassen sie sich überhaupt noch gemeinsam lösen? Oder muss sich die Union wohl oder übel auf einen zentralen Aspekt konzentrieren, weil eine Partei, die ja vor allem Wahlen gewinnen will, keine eierlegende Wollmilchsau sein kann? 

Die CDU wird nicht vor Regierungsverantwortung zurückschrecken

Die CDU scheint immer noch den Willen zu haben, alle drei Ebenen gleichzeitig zu bespielen. Auch die Gefahr, dass die C-Aufgabe als erstes hinterüberfällt, ist im Moment nicht gegeben. Auf Initiative von Delegierten wurde noch ein Gottesbezug in das Grundsatzprogramm eingebaut. Wie überhaupt diese programmatische Selbstverpflichtung den Geist der katholischen Soziallehre atmet.

Trotzdem: Bei allem Stolz auf neue alte Grundsätze, die Union ist nun einmal keine Programmpartei, sondern eine Machtmaschine. Sollte einmal zu viel Grundsatztreue den Weg in das Kanzleramt versperren, wird die CDU nicht vor der Regierungsverantwortung zurückschrecken. Lieber regieren als nicht regieren, das ist das schwarze Credo.

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Sebastian Sasse Bundeskanzleramt CDU Credo Katholische Soziallehre

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